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Dr. Simon Pickl (Salzburg)
Foto: Georg Pickl

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PRESSEMITTEILUNG

Ein Jahrtausend grammatischer Wandel

Förderpreis für germanistische Sprachwissenschaft im Jahr 2019 an Simon Pickl. Eine diachrone Längsschnitt-Studie anhand von Predigten vom 9. bis zum 19. Jahrhundert

Der Förderpreis für germanistische Sprachwissenschaft der Hugo-Moser-Stiftung geht in diesem Jahr an Dr. Simon Pickl (Salzburg). Der Preis in Höhe von 7.500 Euro wird für noch nicht abgeschlossene Forschungsarbeiten im Bereich der germanistischen Linguistik an Nachwuchsgermanisten und -germanistinnen vergeben. Gestiftet wurde er 1986 vom Mitbegründer und ersten Präsidenten des Instituts für Deutsche Sprache (IDS), Prof. Dr. Hugo Moser und dessen Ehefrau Hildegard Moser. Verliehen wird der Preis zur Eröffnung der 55. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache am 12. März 2019 im Congress Center Rosengarten in Mannheim (http://www.ids-mannheim.de/jahrestagung2019). 

Dr. Simon Pickl, Universitätsassistent am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg und derzeit mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung als Feodor Lynen Research Fellow an der University of Cambridge tätig, erhält den Preis für seine laufende Forschung: „Ein Jahrtausend grammatischer Wandel. Eine diachrone Längsschnitt-Studie anhand von Predigten vom 9. bis zum 19. Jahrhundert“. Seine bisherigen Arbeiten haben unter anderem die Dialektologie, Dialektometrie und Graphematik zum Gegenstand.  

Sein aktuelles Forschungsprojekt ist sprachhistorischen Entwicklungen im Bereich der Syntax und der Morphologie der deutschen Sprache gewidmet. Die  erforschten Erscheinungen sind dabei vielfältig miteinander verbunden und  reichen von Problemen der Wortstellung über den Tempusgebrauch bis hin zu bestimmten Nebensatzmustern. Grundlage der Untersuchung ist ein Korpus von Predigttexten, die aus der Zeit vom 9. bis zum 19. Jahrhundert stammen und  damit nahezu die gesamte Sprachgeschichte des Deutschen umfassen. Predigten gehören zu den frühesten bezeugten auf Deutsch verfassten Texten. Da sie als Textsorte über die Jahrhunderte hinweg relativ konstant geblieben sind, sind sie in besonderer Weise geeignet, Veränderungen von Sprache in der Zeit unter gleichbleibenden kommunikativen Bedingungen zu erforschen. Zudem sind sie für den mündlichen Vortrag geschrieben und stellen daher einen der seltenen Zugänge zum gesprochenen Deutsch vergangener Jahrhunderte dar.  
 
Die Studie nimmt grammatische Erscheinungen über einen ausgesprochen langen Zeitraum in den Blick, die den historischen Wandel der deutschen Sprache in hohem Maß geprägt haben und den heutigen Sprachgebrauch zu erklären helfen. So verspricht die Studie eine Vielzahl neuer Einsichten in den Wandel grammatischer Strukturen im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.  
Mit dem Förderpreis (im Rahmen des Stifterverbandes für die deutsche Sprachwissenschaft) unterstreicht der wissenschaftliche Beirat der Hugo-Moser-Stiftung, dass das Projekt von Simon Pickl für die sprachwissenschaftliche Forschung als besonders förderungswürdig erachtet wird.  

Pressekontakt:
Dr. Annette Trabold
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Deutsche Sprache (IDS)
R 5, 6-13
68161 Mannheim
Tel.: 0621-1581-119
Fax: 0621-1581-200
E-Mail: trabold (at) ids-mannheim.de
Internet: www.ids-mannheim.de
 
Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen
 Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Es gehört zu den 95 Forschungs- und  Serviceeinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Näheres unter: <www.ids-mannheim.de>, <www.facebook.com/ids.mannheim> und <www.leibniz-gemeinschaft.de>.