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20. Oktober 2019: Meet and Code: Für Coding begeistern, Technoseum Mannheim

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24. Oktober 2019 - 16.03.2020: 550 JAHRE NACH GUTENBERG: Aktuelle Positionen, IDS Mannheim

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07. November 2019: Barbara Stiebels (Universität Leipzig): Einstellungsprädikate mit Objektkontrolle, IDS Mannheim

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12. - 13. Dezember 2019: Workshop "Sprachstatistik", IDS Mannheim

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10. - 12. März 2020: Deutsch in Europa, Rosengarten, Mannheim

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01. - 03. April 2020: 22. Arbeitstagung zur Gesprächsforschung, Rahmenthema "Bedeutung in der Interaktion", IDS Mannheim

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Gastvortrag

Hiermit laden wir alle interessierten Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Gäste des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache ein.

Barbara Stiebels (Universität Leipzig)

hält einen Vortrag zu

Einstellungsprädikate mit Objektkontrolle

Donnerstag, 07. November 2019, 11:00 Uhr, IDS Vortragssaal

 

Abstract:

Das Deutsche weist eine große Anzahl von Objektkontrollprädikaten auf, von denen die meisten in die Klasse der Einstellungsprädikate fallen. Systematische Ausnahmen hiervon sind manipulative/kausative Prädikate wie zwingen. Lt. Pearson (2016) und Landau (2015) korreliert die Klasse der Einstellungsprädikate weitgehend mit der Klasse der Prädikate, die partielle (bzw. nicht-exhaustive) Kontrolle zulassen. Landau nimmt an, dass bei Einstellungsprädikaten "logophorische Kontrolle" vorliegt, bei Objektkontrolle verbunden mit de-te-Lesarten des kontrollierten Arguments. Diese Analyse orientiert sich weitgehend an der meistdiskutierten Klasse der Objektkontrollprädikate, den direktiven Sprechaktprädikaten (bitten, befehlen, auffordern ...). In meinem Vortrag werde ich darauf eingehen, wie tragfähig diese Analyse angesichts von einstellungs-/aktivitätszuschreibenden Prädikaten (z. B. nachsagen, unterstellen ...), Prädikaten des Lobens/Kritisierens und faktiven Experiencerprädikaten wie beneiden/bewundern ist. Während bspw. bei Verben wie loben/kritisieren die de-te-Lesart nicht zwingend ist, ist die logophorische Kontrolle bei den genannten faktiven Experiencerprädikaten nicht stichhaltig; hier liegt eine Relation der direkten Prädikation vor, was eher eine Analyse der prädikativen Kontrolle nahelegt; lt. Landau (2015) ist diese jedoch auf Nicht-Einstellungsprädikate beschränkt (und mit exhaustiver Kontrolle korreliert). Die meisten der Einstellungsprädikate mit Objektkontrolle sind Instanzen von inhärenter Kontrolle (Stiebels 2010) und erlauben finite Kontrolle (Landau 2004). Allerdings liegt nur in den Fällen strikte finite Kontrolle vor, in denen die Matrixprädikate keine RESP-Relation (Farkas 1988) zwischen dem Kontrolleur und der vom abhängigen Prädikat denotierten Situation  induzieren.

Ich werde exemplarisch zeigen, dass sich ein analoges Kontrollverhalten auch bei äquivalenten Einstellungsprädikaten anderer Sprachen nachweisen lässt.

Literatur:

Farkas, Donka F. 1988. On obligatory control. Linguistics and Philosophy 11. S. 27-58.

Landau, Idan. 2004. The Scale of Finiteness and the Calculus of Control. Natural Language and Linguistic Theory 22. S. 811-877.

Landau, Idan. 2015. A two-tiered theory of control. Cambridge, MA: The MIT Press.
Pearson, Hazel. 2016. The semantics of partial control. Natural Language and Linguistic Theory 34. S. 691-738.

Stiebels, Barbara. 2010. Inhärente Kontrollprädikate im Deutschen. Linguistische Berichte 224. S. 391-440.