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Direktion und zentrale Forschung

Personal

Leitung:
Dr. Albrecht Plewnia

Sekretariat:
Heike Kalitowski-Ahrens

Wiss. Angestellte:
Dr. Astrid Adler
Dr. Rahel Beyer
Dr. Ibrahim Cindark
Katharina Dück
David Hünlich, PhD
Dr. Andrea Kleene
Santana Overath
Dr. Doris Stolberg

Sprache(n) in Deutschland

In diesem Projekt geht es um die Erhebung, Beschreibung und Analyse der Einstellungen von Sprechern zum Deutschen, zu anderen Sprachen, zu Varietäten sowie zu sprachlichen Fragen generell. Untersucht werden außerdem laienlinguistische Wissensbestände über sprachliche Sachverhalte sowie die sich daraus ergebenden Implikationen für öffentliche Sprachdiskurse. Auch Fragen von Standard, Non-Standard, Sub-Standard sowie von sprachlichen Normen auf den verschiedenen Ebenen spielen hier eine Rolle. Zur Erhebung der entsprechenden Daten werden insbesondere repräsentative Erhebungen eingesetzt, so dass die dann zur Verfügung stehende große Menge an Daten für die gesamte deutsche Wohnbevölkerung repräsentative Gültigkeit hat. Bislang wurden zwei große repräsentative Erhebungen in den Jahren 2008 und 2016 (s.u.) und einige weitere ergänzende Studien (s.u.) durchgeführt. Derzeit (Herbst/Winter 2017) ist wieder eine solch repräsentative Erhebung im Feld. Das Ausmaß der einzigartigen Sammlung an Daten zu Spracheinstellungen ermöglicht es, durch verschiedene statistische Auswertungen Muster und Zusammenhänge in den Meinungen und Einstellungen zu erkennen.

Projektleitung
Dr. Albrecht Plewnia 

Mitarbeiterinnen
Dr. Astrid Adler
Dr. Andrea Kleene

Kontakt: spracheinstellungen (at) ids-mannheim.de

Erhebungen

Repräsentative Erhebungen

2008 wurde die erste große Repräsentativerhebung durchgeführt. Die Erhebung war Teil des Projekts Aktuelle Spracheinstellungen in Deutschland in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Mannheim, das von der Volkswagen-Stiftung gefördert wurde. Es wurden 2004 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren zu über 40 sprachlichen Fragen befragt (s. z.B. Eichinger et al. 2009 und Gärtig/Plewnia/Rothe 2010 ). Die telefonische Befragung wurde durch die Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Themen der Befragung waren u.a. die Bewertungen der deutschen Sprache und einiger Dialekte, die Einstellungen zu Mehrsprachigkeit und zu Sprachrichtigkeit.

2016 wurde im Teilprojekt „Sprachlagengefüge in Norddeutschland“ in einer Kooperation mit dem Institut für niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen eine repräsentative Erhebung durchgeführt, um Kompetenz und Gebrauch des Niederdeutschen sowie Einstellungen zu den verschiedenen Sprachen und Varietäten in Norddeutschland zu erheben; per Telefon wurden durch die Forschungsgruppe Wahlen 1632 Menschen ab 16 Jahren befragt (s. Adler et al. 2016 ).

Weitere Erhebungen

Außerdem wurden weitere ergänzende und vertiefende Befragungen durchgeführt, z.B. mit Schülern, Studierenden und im Rahmen von Kindergärten mit Erziehern und Eltern. Die zum Teil mehrsprachigen Schüler wurden 2010 und 2011 u.a. zu Einstellungen gegenüber Deutsch und anderen Sprachen befragt (N=628, 9. und 10. Jahrgangsstufe, in Mannheim, Steinburg und am Niederrhein; s. z.B. Plewnia/Rothe 2012 und Rothe 2012). Die Studierenden wurden 2010 und 2011 insbesondere zu ihren Einstellungen zu deutschen Dialekten befragt; in dieser Studie kam auch das Instrument der mental maps zum Einsatz, um die mentalen Sprachräume der befragten Studierenden zu erfassen (N=430, in Bielefeld, Köln, Leipzig und Mannheim; s. Plewnia/Rothe 2012 und Plewnia 2013). Im Winter 2011/12 wurde in Kooperation mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache eine Befragung in einigen deutschen, z.T. mehrsprachigen, Kindergärten zu Einstellungen zu Mehrsprachigkeit durchgeführt (s. Rothe/Wagner 2015).

Publikationen

Adler, Astrid/Ehlers, Christiane/Goltz, Reinhard/Kleene, Andrea/Plewnia, Albrecht (2016): Status und Gebrauch des Niederdeutschen 2016. Erste Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2016.

Eichinger, Ludwig M./Gärtig, Anne-Kathrin/Plewnia, Albrecht/Roessel, Janin/Rothe, Astrid/Rudert, Selma/Schoel, Christiane/Stahlberg, Dagmar/Stickel, Gerhard (2009): Aktuelle Spracheinstellungen in Deutschland. Erste Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativumfrage. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache/Universität Mannheim, 2009.

Gärtig, Anne-Kathrin/Rothe, Astrid (2009): Über Liebe zum Deutschen, Sympathie für Dialekte und Sorge um Sprachentwicklung. Was die Menschen in Deutschland über Sprache denken. In: Sprachreport 3/2009. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2009. S. 2-11.

Gärtig, Anne-Kathrin/Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2010): Wie Menschen in Deutschland über Sprache denken. Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativerhebung zu aktuellen Spracheinstellungen. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache - amades -, 2010.

Plewnia, Albrecht (2013): Norddeutsch – Plattdeutsch – Friesisch. Der norddeutsche Sprachraum aus der Sicht linguistischer Laien. In: Albert, Georg/Franz, Joachim (Hrsg.): Zeichen und Stil. Der Mehrwert der Variation. Festschrift für Beate Henn-Memmesheimer. (= VarioLingua 44). Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 2013. S. 43-62.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2015): Spracheinstellungen und Mehrsprachigkeit. Wie Schüler über ihre und andere Sprachen denken. In: Brdar Szabó, Rita/Knipf-Komlósi, Elisabeth/Rada, Roberta (Hrsg.): Zur Rolle und Positionierung des Deutschen in den Ländern Mittelosteuropas. Sprachpolitische Überlegungen. Konferenzband zur Tagung Deutsch 3.0 in Budapest am 15-16. Mai 2014. (= Budapester Beiträge zur Germanistik 72). Budapest: ELTE, Germanistisches Institut, 2015. S. 57-97.

Plewnia, A./Rothe, A. (2012): „Sprache – Einstellungen – Regionalität.“ In: Eichinger, L./Plewnia, A./ Schoel, C./Stahlberg, D. (Hrsg.): Sprache und Einstellungen. Spracheinstellungen aus sprach­wissen­schaftlicher und sozialpsychologischer Perspektive. Tübingen: Narr, 4-134.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2011): Von gebildeten Deutschen, freundlichen Sachsen und temperamentvollen Bayern. Einstellungen zu Varietäten und ihren Sprechern. In: Christen, Helen/Patocka, Franz/Ziegler, Evelyn (Hrsg.): Struktur, Gebrauch und Wahrnehmung von Dialekt.Beiträge zum 3. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD), Zürich, 7. – 9. September 2009. Wien: Praesens, 2011. S. 179-207.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2011): Spracheinstellungen und Mehrsprachigkeit. Wie Schüler über ihre und andere Sprachen denken. In: Eichinger, Ludwig M./Plewnia, Albrecht/Steinle, Melanie (Hrsg.): Sprache und Integration. Über Mehrsprachigkeit und Migration. (= Studien zur Deutschen Sprache 57). Tübingen: Narr, 2011. S. 215-253.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2009): Eine Sprach-Mauer in den Köpfen? Über aktuelle Spracheinstellungen in Ost und West. In: Plewnia, Albrecht (Hrsg.): Deutsche Sprache 2-3/09. Themenheft: Sprache in Ost und West. Ein Themenheft zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Berlin: Schmidt, 2009. S. 235-279.

Rothe, Astrid (2012): „Deutsch und andere Sprachen.“ In: Eichinger, L./Plewnia, A./Schoel, C./ Stahlberg, D. (Hrsg.): Sprache und Einstellungen. Spracheinstellungen aus sprach­wissen­schaftlicher und sozialpsychologischer Perspektive. Tübingen: Narr, 135-184.

Rothe, Astrid/Wagner, Katarina (2015): "Bilingual Kindergarten programmes. The interaction of language management and language attitudes" In: Davies, Winifred V./Ziegler, Evelyn (Hg.): Language planning and microlinguistics. From policy to interaction and vice versa. S. 5–38 - Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015.

Schoel, Christiane/Roessel, Janin/Eck, Jennifer/Janssen, Jana/Petrovic, Branislava/Rothe, Astrid/Rudert, Selma Carolin/Stahlberg, Dagmar (2012): Attitudes Towards Languages’ (AToL) scale: A global instrument. In: Journal of Language and Social Psychology 32, Issue 1. Thousand Oaks: Sage Publications, 2012. S. 21-45.