IDS-Logo
Startseite : : Organisationsstruktur : : Grammatik : : Abgeschlossene Projekte : : Kausale Kohärenz
Kausale KohärenzKausale KohärenzKausale KohärenzKausale KohärenzKausale KohärenzKausale Kohärenz

Grammatik

Projektteam

Projektleitung

wiss. Mitarbeiter

stundentische Mitarbeiterinnen

  • Lisa Kolb, IDS
  • Kristin Irsig, Uni Potsdam

Abschlusspublikation

Kausale Kohärenz


Kausalitätsmarker als Kohärenzmittel und ihre Formalisierung für die automatische Textanalyse

(DFG-Kennwort: Kausale Kohärenz)

Status: abgeschlossen

Förderungszeitraum: Januar 2007 bis April 2009

Das Projekt ist ein DFG-Gemeinschaftsprojekt zwischen der Projektgruppe "Handbuch der deutschen Konnektoren" und Prof. Dr. Manfred Stede von der Abteilung Computerlinguistik am Institut für Linguistik der Universität Potsdam.

Das Projekt wurde im Mai 2009 mit einem Abschlussbericht an die DFG abgeschlossen. Die Ergebnisse der Mannheimer Projektgruppe (korpusbasierte Studie zu Kausalmarkern) sind in der Monographie Breindl/Walter (2009) dokumentiert.

Projektgegenstand, Projektziele

Forschungsgegenstand des Projektes sind sprachliche Ausdrucksmittel, mit denen im Deutschen kausale Kohärenz hergestellt wird. Untersucht werden Ausdrücke, die unterschiedlichen syntaktischen Klassen angehören und unterschiedliche kausale Subrelationen kodieren können: Neben Konnektoren (weil, da, deshalb, denn, so dass etc.) werden kausal interpretierbare Präpositionen (wegen, aufgrund, durch, bei), exemplarische Verben (begründen, verursachen) und Substantive (Ursache, Folge, Grund) untersucht. Bei der Analyse wird insbesondere die Kontextumgebung, in denen die Kausalitätsmarker auftreten, berücksichtigt.
Ziel des Projektes ist eine empirisch gestützte Analyse der Kausalitätsmarker, in der ihr Beitrag zur Spezifizierung von Diskursrelationen explizit gemacht wird. Mit Blick auf automatische Verfahren werden die Ausdrücke als sprachliche Oberflächenphänomene, so weit es eben geht, diskurssemantisch spezifiziert und ihr Beitrag zur Herstellung von kausaler Kohärenz in einem Diskursmarkerlexikon erfasst.

Nutzerbestimmung, Adressaten

Die Ergebnisse des Projektes liefern einen grammatischen und textlinguistischen Erkenntnisgewinn im Bereich der Kausalitätsmarker. Das Diskursmarkerlexikon macht die Ergebnisse für computerlinguistische Anwendungen im Bereich der automatischen Zusammenfassung nutzbar.

Theoretischer Rahmen

In dem interdisziplinären Projekt wird kausale Kohärenz aus der Sicht der kompetenz- und korpusbasierten Analyse sowie der Computerlinguistik untersucht. In den einzelnen Arbeitsschritten werden vier Perspektiven integrativ berücksichtigt und die erforderlichen Schnittstellen untersucht:

  1. Funktional orientierte grammatische Analyse der Marker: syntaktische, semantische und informationsstrukturelle Eigenschaften sowie Kontextrestriktionen und Gebrauchspräferenzen
  2. Diskurssemantik: Beziehung zwischen kausalen Markern und Diskursrelationen
  3. Computerlinguistische Textverarbeitung: formale Ableitung von Diskursrepräsentationen
  4. Anwendungen der automatischen Analyse: Entwicklung eines prototypischen Diskursparsers

Methodik, Datengrundlage

Im Mannheimer Projektteil werden die linguistischen Grundlagen zu den Konnektoren bereitgestellt. Dabei wird die kompetenzbasierte grammatische Analyse durch systematische Korpusanalysen ergänzt. Aus den elektronischen Textarchiven des IDS werden empirische Generalisierungen über den Gebrauch der Konnektoren gewonnen, die hinsichtlich ihres Spezifizierungspotentials für die Ableitung von Kohärenzrelationen interpretiert werden. Bei der Korpusanalyse kommen sowohl quantitative als auch qualitative Verfahren zum Einsatz.

Aktivitäten

Im Januar 2008 wurde ein Workshop mit dem Thema Kausale Kohärenz: Von der grammatischen Beschreibung zur automatischen Textanalyse organisiert.

Kooperationen

IDS-interne Partner sind die Konnektorenprojekte Handbuch der deutschen Konnektoren und Sprachvergleich Deutsch-Portugiesisch: Konnektoren sowie der Programmbereich Korpuslinguistik.
IDS-externe projektrelevante Kontakte bestehen zu den Universitäten Utrecht (Ted Sanders) und Groningen (Markus Egg).

Projektpublikationen

Breindl, Eva/Walter, Maik (2009): Der Ausdruck von Kausalität im Deutschen. Eine korpusbasierte Studie zum Zusammenspiel von Konnektoren, Kontextmerkmalen und Diskursrelationen. Mannheim: IDS (amades 38) 191 S.

Breindl, Eva/Walter, Maik (2011): Kausalverknüpfungen im Deutschen. Eine korpusbasierte Studie zum Zusammenspiel von Konnektorbedeutung, Kontexteigenschaften und Diskursrelationen. In: Konopka, Marek u.a. (Hg.): Grammatik und Korpora 2009. Dritte Internationale Konferenz. Mannheim, 22.4.-24.9.2009. S. 9-20 - Tübingen: Narr, 2011. (Korpuslinguistik und interdisziplinäre Perspektiven auf Sprache 1). S. 503-512.

Stede, Manfred/Walter, Maik (2011): Zur Rolle der Verknüpfungsebene am Beispiel der Kausalkonnektoren. In: Breindl, Eva/Ferraresi, Gisella/Volodina, Anna (Hrsg.): Satzverknüpfungen. Zur Interaktion von Form, Bedeutung und Diskursfunktion. S. 149-179. - Berlin/New York: de Gruyter, 2011. (Linguistische Arbeiten 534)

Grabski, Michael/Frohning, Dagmar (2008): The influence of focus of attention on the discourse function of pronominal adverbs in German. In: Ramm, Wiebke/Fabricius-Han­sen, Cathrine (Hg.): Linearisation and Segmentation in Discourse. Multidisciplinary Approaches to Discourse 2008 (MAD 08), February 20-23 2008, Lysebu, Oslo, Norway. Oslo: Department of Literature, Area Studies and European Languages, Univ. of Oslo, S. 55-64.

Grabski, Michael (2008): Connectives that manage perspectives in discourse. On the function of German nämlich, schließlich, and also. In: Benz, Anton/Kühnlein, Peter/Stede, Manfred (Hg.): Proceedings zum Workshop Constraints in Discourse 3, Universität Potsdam, 30. Juli-1. August 2008. S, 37-44.

Peldszus, Andreas/Herzog, André/Hofmann, Florian/Stede, Manfred (2008): Zur Annotation von kausalen Verknüpfungen in Texten. In: Proceedings der Konferenz zur Verarbeitung natürlicher Sprache (KONVENS), Ergänzungsband. Berlin.

Stede, Manfred (2008): Disambiguating rhetorical structure. In: Research on Language and Computation 6(3), S. 311-332.

Stede, Manfred (2008): Connective-based local coherence analysis: A lexicon for recognizing causal relationships. In. Bos, J./Delmonte, R. (Hg.): Semantics in Text Processing – STEP 2008 Conference Proceedings. Research in Computational Semantics Series. London: College Publications.

Stede, Manfred/Irsig, Kristin (2008): Complex connectives in German: Complications for local coherence analysis. In: Proc. of the Workshop Constraints in Discourse III, Potsdam. (Darauf aufbauender längerer Buchbeitrag ist eingereicht.)

in enger Abstimmung mit dem Projekt:

Blühdorn, Hardarik (ersch. 2009): Verknüpfungs-Eigenschaften deutscher Kausal-Konnek­toren zwischen syntaktischer Hierarchie und Linearität. In: Deutsche Sprache.

Projektrelevante Literatur

Egg, M. & G. Redeker (2005). Underspecified discourse representation. In: C. Sassen, A. Benz & P. Kühnlein (eds.), Proceedings of the Workshop on Constraints in Discourse , Dortmund, June 3-5 2005, 46-53.

Frohning, D. (2007).Kausalmarker zwischen Pragmatik und Kognition. Korpusbasierte Analysen zur Variation im Deutschen. Tübingen: Niemeyer (=Linguistische Arbeiten 516).

Knott, A. & T. Sanders (1998). The classification of coherence relations and their linguistic markers: An exploration of two languages. Journal of Pragmatics 30, 135-175.

Pasch, R., U. Brauße, E. Breindl & U. H. Waßner (2003). Handbuch der deutschen Konnektoren. Linguistische Grundlagen der Beschreibung und syntaktische Merkmale der deutschen Satzverknüpfer. Berlin, de Gruyter.

(weiter Angaben siehe Antrag)