Projektteam

Antragstellerinnen

  • Angelika Wöllstein (IDS)
  • Ewa Drewnowska-Vargáné (SZTE)

 WissenschaftlerInnen IDS

  • Hagen Augustin
  • Nils Diewald
  • Ludwig M. Eichinger
  • Peter Fankhauser
  • Jutta Hartmann
  • Marc Kupietz
  • Harald Lüngen
  • Susann Schlotthauer
  • Beata Trawiński
  • Andreas Witt

 WissenschaftlerInnen SZTE

  • Christoph Beeh
  • Péter Kappel
  • Bernadett Modrián-Horváth
  • Andreas Nolda
  • Orsolya Rauzs
  • György Scheibl

Assozierte externe WissenschaftlerInnen

  • Rita Brdar-Szabó (Universität ELTE Budapest)
  • Hagen Hirschmann (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Valéria Molnár (Universität Lund, Schweden)
  • Attila Péteri (Universität ELTE Budapest)
  • Pál Uzonyi (Universität ELTE Budapest)
  • Tamás Varadi (Ungarische Akademie der Wissenschaften

DeutUng: Deutsch-ungarischer Sprachvergleich: korpustechnologisch, funktional-semantisch und sprachdidaktisch


Das DeutUng-Projekt ist eine Institutspartnerschaft zwischen dem IDS Mannheim und der Universität Szeged (Ungarn) im Rahmen der Programme der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Kooperationspartner für dieses Forschungsprojekt sind die Abteilung Grammatik am Institut für Deutsche Sprache (IDS), Mannheim, vertreten durch den Programmbereich Beschreibung und Erschließung grammatischen Wissens mit dem Schwerpunkt Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich, und die Universität Szeged (SZTE), über den Lehrstuhl für Germanistische Linguistik am Institut für Germanistik.

Das DeutUng-Projekt ist Teil der Initiative das Europäische Referenzkorpus EuReCo und knüpft an das durch die Humboldtstiftung geförderte Projekt DRuKoLA an.

Projektdauer: 01.07.2017-30.06.2020

Projektbeschreibung

Das DeutUng-Forschungsvorhaben verfolgt drei Hauptziele:

  1.  Im korpustechnologischen Bereich ist das Ziel, sprachpaarspezifische und generische Kriterien für die Vergleichbarkeit von Korpora weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sollen Methodologien entwickelt werden, wie Spracheigenschaften anhand von Korpora verglichen werden können. Diese Methodologien werden in entsprechenden Workflows umgesetzt, in der Analysesoftware implementiert und evaluiert. Realisiert werden soll das Ziel durch den Aufbau von vergleichbaren Korpora in deutscher und ungarischer Sprache, für deren Erstellung die Referenzkorpora DeReKo (Deutsches Referenzkorpus) und HNC (Hungarian National Corpus) als Grundlage dienen. Das Harmonisierungsverfahren für die Korpusressourcen der beiden Sprachen erfolgt über das vom IDS entwickelte System KorAP (Korpusanalyseplattform der nächsten Generation).
  2. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines Lernerkorpus von Deutschlernern ungarischer Muttersprache (Arbeitsname Deutsch-ungarisches fehlerannotiertes Lernerkorpus, kurz DULKO) und die Integration einer im Forschungsvorhaben auf der Basis von FALKO (Fehlerannotiertes Lernerkorpus des Deutschen als Fremdsprache) weiterzuentwickelnden Fehler-Annotation in KorAP. Die Erstellung von DULKO, das mit FALKO einem innovativen Konzept grammatischer Beschreibung folgt, dient im Folgenden als Grundlage für die Erarbeitung einer Fehlertypologie mit didaktischem DaF-Anspruch beim Ungarischen als Ausgangssprache.
  3. Schließlich verfolgt das Forschungsvorhaben das Ziel, die zu entwickelnden deutsch-ungarischen Vergleichskorpora sowie die Untersuchungsergebnisse ausgewerteter Lernerdaten aus DULKO zur Formulierung und Erforschung von Fragestellungen des durchzuführenden Sprachvergleichs Deutsch – Ungarisch einzusetzen. Dabei werden die Untersuchungsergebnisse ausgewerteter Lernerdaten und die Analyse der Vergleichsdaten die Fragestellungen des durchzuführenden Sprachvergleichs zwischen Deutsch und Ungarisch mitbestimmen. Umgekehrt kann der Sprachvergleich die Analyse und die Kodierungsprinzipien von Lernerdaten vorantreiben sowie die Formulierung von Vergleichbarkeitskriterien und die Entscheidungen während des Harmonisierungsprozesses der Korpusressourcen beeinflussen. Sowohl die Erstellung von und der Zugang zu Vergleichskorpora als auch die Möglichkeit, Sprachdaten eines Lernerkorpus als Evidenzquelle in der kontrastiv-linguistischen Forschung systematisch zu nutzen, kann als ein dringendes methodisches Desiderat angesehen werden.

Das übergreifende Ziel im Rahmen dieser Kooperation liegt somit auf mindestens vier verschiedenen Ebenen:

  1. auf einer forschungsinfrastrukturellen Ebene (Wiederverwertung anspruchsvoller und ressourcenintensiver Grundlagenarbeit),
  2. einer korpuslinguistischen und technologischen Ebene (Entwicklung von innovativen Methodologien für den Aufbau und die Nutzung multilingualer Sprachressourcen),
  3. auf einer grammatiktheoretischen Ebene (Entdeckung übereinzelsprachlich verbreiteter Prinzipien und Formulierung von Varianzparamentern) und
  4. einer sprachdidaktischen Ebene (Zusammenführung innovativer fremdsprachendidaktischer Forschung zur Fehlerdiagnostik und -verbesserung mit der funktional-semantischen Konzeptionierung einer vergleichenden Grammatikschreibung unter Verwendung korpuslinguistischer Methoden.

Mit den Punkten (1) und (2) wirkt das Forschungsvorhaben zur Erstellung einer weiteren Komponente eines Europäischen Referenzkorpus EuReCo nachhaltig und strukturbildend, indem es an das durch die Humboldtstiftung geförderte Projekt DRuKoLA anknüpft.