Projektteam

Projektleitung

Mitarbeiter

Studentische Mitarbeiterinnen

  • Melanie Drothler
  • Anja Westphale (bis 31.12.2017)
  • Zita Charlotte Zitterbart
  • Anna Süs

Ehemalige MitarbeiterInnen

  • Silvia Kutscher (01.03.2013-29.02.2016)
  • Astrid Adler (geb. Rothe)
  • Krisztina Molnár (01.02.2015-31.07.2015)

Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich – Verbgrammatik (GDE-V)

Projektziele

Ziel ist die Erstellung einer auf semantisch-funktionalen Vergleichsgrößen (funktionale Domänen) und grammatischen Kategorien (formbezogen) beruhenden Grammatik des Deutschen zum Thema "Dimensionen propositionaler Strukturen" anhand einer auf das Deutsche gerichteten Gegenüberstellung von europäischen Vergleichssprachen. Damit trägt das Projekt zu einem tiefergehenden Verständnis der spezifischen Parametrisierung des Deutschen im Bereich verbaler Strukturen im europäischsprachigen Kontext bei. Darüber hinaus leistet das Projekt mit den Forschungsarbeiten über die Grammatikschreibung hinaus einen substantiellen Beitrag für die Theorie und Empirie des Sprachvergleichs.

Konzeptuelle Ausrichtung

Das Projekt GDE-V schließt sich an das Verfahren der GDE-N an, den Sprachvergleich über funktionale Vergleichsgrößen als tertia comparationis durchzuführen. Die Identifikation und Validierung der funktionalen Vergleichsgrößen (wie funktionale Domänen, semantisch-funktionale Kategorien u. Ä.) erfolgt – unter Einbeziehung einschlägiger Literatur aus der Sprachtypologie und Universalienforschung – durch vergleichende Untersuchungen einzelsprachlicher Strukturen und Phänomene auf der Grundlage theoretisch-linguistischer Erkenntnisse und empirischer, insbesondere korpuslinguistischer, Methoden. Dabei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Verbgrammatik ausgewählter Vergleichssprachen am domänenübergreifenden Querschnittsthema Dimensionen propositionaler Strukturen neu ausgerichtet und erarbeitet, wobei in komplex aufeinander bezogener Weise die typologisch relevanten funktionalen Domänen Sachverhaltsgestaltung (unter anderem Partizipanteneinbindung), Sachverhaltseinordnung (unter anderem Temporalität) und Sachverhaltsbewertung (unter anderem Modalität) involviert sind. Der Analyseblick ist bidirektional, von der Einzelsprache zur typologischen Varianz (und zu den Invarianten) und umgekehrt.

Vergleichssprachen

Das GDE-V Projekt hat mit den Vergleichssprachen Englisch, Niederländisch und Schwedisch einen deutlichen Schwerpunkt in der feingranularen vergleichenden Perspektive auf die germanischen Sprachen. Darüber hinaus werden weitere Sprachen der europäischen Sprachgruppen analysiert, insbesondere Italienisch, Polnisch und das Ungarische.

Methodische Stärkung

Eine zentrale Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgängerprojekt GDE-N ist die Stärkung durch Erweiterung der empirischen Methoden. Als Datengrundlage dienen elektronische (Referenz)korpora geschriebener Gegenwartssprachen: monolinguale (National)korpora sowie bi- und multilinguale Parallel- und Vergleichskorpora. Das Heranziehen von Original- und Übersetzungstexten (gelegentlich auch Lernertexten) zum Sprachvergleich soll erlauben, Sprachen aus verschiedenen Blickwinkeln zu vergleichen bzw. die Divergenzen und Konvergenzen zwischen verschiedenen Sprachen auf der konzeptuellen und der sprachsystemischen Ebene aufzudecken. Die korpusorientierten Analysen werden durch weitere empirische Methoden wie Elizitation und Experimentation komplementiert bzw. validiert.

CoMParS

CoMParS (Collection of Multilingual Parallel Sequences) bildet eine weitere Komponente mit der Dokumentation der empirischen Daten in Form einer in TEI P5 implementierten funktional orientierten Datenbank von einschlägigen Parallelsequenzen des Deutschen und anderer europäischer Sprachen.