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Ausrichter und Organisation 

 
Programmkommittee


Organisation


Veranstaltungsort

Salón de Grados,
Facultade de Filoloxía,
Universidad de Santiago de Compostela


Kontrastive Grammatikschreibung im europäischen Vergleich: Theorie, Methoden und Anwendungen

02. - 03. Oktober 2014 in Santiago de Compostela


Zum Programm

In der linguistischen Forschungslandschaft herrscht zur Zeit Uneinigkeit in der Bewertung der Beziehung von der kontrastiven zu allgemein-vergleichenden bzw. sprachtypologischen Linguistik. So verstehen bspw. Tekin (2012) und König (2012) die kontrastive Linguistik als eine eigenständige Forschungsrichtung innerhalb der sprachvergleichenden Disziplinen und damit eher als eine Ergänzung zur Sprachtypologie. Van der Auwera (2012) hingegen sieht sie als Sprachtypologie im Kleinen, die als Pilotstudien zu sprachtypologischen Fragestellungen, Erklärungsansätzen und Zielsetzungen zu betrachten sind. Unzweifelhaft ist, dass sprachvergleichende grammatische Darstellungen sowohl mit kontrastiver als auch mit sprachtypologischer Ausrichtung für die Didaktik des Fremdsprachunterrichts von großer Relevanz sind. Die Tagung bietet auf diesem Hintergrund ein Diskussionsforum im Hinblick auf die Frage, inwiefern die angesprochenen Forschungsrichtungen zusammengeführt werden können. So soll zum einen die allgemein-sprachvergleichende Sicht mit der kontrastiven Grammatikschreibung in Dialog treten und andererseits die Praxis-Seite (Fremdsprachendidaktik und Lehrforschung) diese beiden Seiten kritisch auf ihre Relevanz für den Fremdsprachunterricht prüfen. Dabei werden die romanischen Sprachen, und hierbei insbesondere das Spanische, als Kontrastsprachen zum Deutschen im Mittelpunkt stehen. Dabei bilden u.a. folgende Fragestellungen die Diskussionsgrundlage der Tagungsvorträge:

  • Welche Beschreibungsverfahren und Methoden werden in der allgemeinlinguistischen Grammatikschreibung verwendet? Unterscheiden sich diese von denen der kontrastiven und der romanistischen Linguistik?
  • Erfordert die Beschreibung grammatischer Phänomene für eine multilinguale Untersuchung davon abweichende Beschreibungsverfahren? Mithilfe welcher Methoden sollten sie erforscht werden?
  • Welche sprachlichen Phänomene sollten aus linguistischer und didaktischer Sicht in einer deutsch-spanisch kontrastiven Grammatik besondere Berücksichtigung finden? Welche funktionalen Domäne sollten dafür definiert werden? Wie kann theoretisches Wissen didaktisch erfolgreich umgesetzt werden?
  • Inwiefern unterscheiden sich die Methoden und Ergebnisse quantitativer Untersuchungen gegenüber rein qualitativen Untersuchungsmethoden? Quantitative Untersuchungen sind besonders relevant, um in Variationsfällen Standard bzw. Norm zu erfassen. Wie sollte dies in die Grammatikschreibung einfließen? 
  • Was bieten einsprachige und multilinguale Korpora für die grammatikographische Datenerhebung? Welche Veränderungen im Aufbau eines Korpus wären aus kontrastiver und fremdsprachendidaktischer Sicht wünschenswert?

Ziel der Tagung ist es, zu erarbeiten, inwiefern die kontrastive, die sprachtypologische und die fremdsprachendidaktische Forschungsrichtung im Hinblick auf  eine zukünftige Konzeptionierung einer multiperspektivischen vergleichenden Grammatikschreibung  produktiv zusammengeführt werden können. 

Ein besonderes Anliegen der Veranstalterinnen ist es, den zukünftigen wissenschaftlichen Nachwuchs in die Diskussion mit einzubeziehen. So werden Studierende des Fachs Deutsch als Fremdsprache die Ergebnisse einer Projektarbeit zur Gestaltung des Grammatikunterrichts mit auf modernen Technologien basierenden Methoden vorstellen und ein im Rahmen der Tagung stattfindender Workshop wird in Beteiligung mit Studierenden durchgeführt.

 

Literatur:

Van der Auwera, Johan 2012. From contrastive linguistics to linguistic typology. Languages in Contrast 12 (1), 69–86.

König, Ekkehard 2012. Zur Standortbestimmung der Kontrastiven Linguistik innerhalb der vergleichenden Sprachwissenschaft. In: Gunkel, Lutz/Gisela Zifonun (Hg.): Deutsch im Sprachvergleich. Grammatische Kontraste und Konvergenzen. Berlin/New York: de Gruyter. (= Jahrbuch des Instituts für Deutsche Sprache 2011), 13–40.

Tekin, Özlem 2012. Grundlagen der Kontrastiven Linguistik in Theorie und Praxis. Tübingen: Stauffenberg (= Stauffenburg Linguistik 64).