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Satz und SatzgefügeComplex sentencesOração e períodoSatz und SatzgefügeFrasi complesseSatz und Satzgefüge

Projektleitung:

Prof. Dr. Hardarik Blühdorn

 

Studentische Mitarbeiterinnen:

Carolina Iazzetta Alves
(07-12/2013)

Martina Richter
(02/2014-08/2015)

Canan Sertkaya
(11/2015-04/2017)

 

 

 

Satz und Satzgefüge kontrastiv:

Deutsch – Portugiesisch – Italienisch


 

Projektbeschreibung

Gegenstand des Projekts sind Syntax, Informationsstruktur und Semantik einfacher und komplexer Sätze des Deutschen im Vergleich mit den romanischen Sprachen Portugiesisch und Italienisch. Im Mittelpunkt stehen die folgenden Fragenkomplexe:

  • Welche unterschiedlichen Arten von Sätzen gibt es?
  • Wie sind komplexe Sätze aufgebaut?
  • Wie hängen Aufbau und Bedeutung von Sätzen miteinander zusammen?
  • Wie werden Sätze (und andere Sprachausdrücke) für die Kommunikation zugeschnitten?
  • Welche Handlungsfunktionen können Sätze im Gespräch übernehmen?

Zwischen den Vergleichssprachen bestehen typologische Unterschiede, die im Hinblick auf diese Fragenkomplexe von besonderem Interesse sind:

  • Der deutsche Satz enthält zwei Verbpositionen, die zusammen die Satzklammer bilden. Typische Haupt- und Nebensätze sind unterschiedlich aufgebaut (Voranstellung des Finitums vs. Verbletzt-Stellung). Im portugiesischen und im italienischen Satz nimmt das Verb eine zentrale Position ein, die unmittelbar an das Subjekt angrenzt. Typische Haupt- und Nebensätze sind gleich aufgebaut.
  • Ein typischer deutscher Satz enthält eine finite Verbform. Infinite satzwertige Ausdrücke sind selten und formal wie funktional wenig diversifiziert, aber es bestehen reichhaltige Ausbaumöglichkeiten für Nominalgruppen. Das Portugiesische und das Italienische sind wesentlich reicher an Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten für satzwertige infinite Verbalausdrücke (Infinitiv-, Partizipial- und Gerundialgruppen); finite Nebensätze und komplexe Nominalgruppen spielen insgesamt eine etwas geringere Rolle als im Deutschen.
  • Die Informationsstruktur wird im Deutschen vor allem prosodisch kodiert (durch Akzent und Intonation). Für die romanischen Vergleichssprachen sind syntaktische Kodierungsmittel wichtiger: im Portugiesischen Spaltsatz-, im Italienischen Voranstellungskonstruktionen.

Die Sprachmittel des Deutschen und der romanischen Sprachen sind nicht radikal verschieden, aber unterschiedlich genug, um grammatische Eigenheiten jeder Sprache im Vergleich hervortreten zu lassen. Je nach Gesichtspunkt ist das Portugiesische oder das Italienische dem Deutschen ähnlicher.

 

Daten, Methodik und Zielsetzung

Das Projekt arbeitet datengestützt und deskriptiv auf der Grundlage von Material aus den IDS-Korpora und anderen vergleichbaren Quellen. Das Vorgehen orientiert sich an der traditionellen Grammatikschreibung, erweitert um neuere begriffliche und theoretische Werkzeuge (Konstituentenstruktur, Informationsstruktur, Satzsemantik). Die Projektergebnisse werden in Buchform publiziert.

 

Adressaten

Das Projekt wendet sich vor allem an Sprachwissenschaftler, Grammatikautoren und Hochschuldozenten der Fächer Germanistik und Romanistik. Darüber hinaus gehören auch Lehrer des Deutschen und der romanischen Sprachen zur Zielgruppe. Exemplarische (hochschul‑)didaktische Umsetzungen ausgewählter Projektergebnisse werden angestrebt.

Das Projekt versteht sich als Ansprechpartner für Sprachgermanisten in Italien und in den portugiesischsprachigen Ländern.

 

 

Kooperationspartner

Betreute wissenschaftliche Arbeiten

Veröffentlichungen

 


Mitarbeit bei der Erstellung der Seite: Martina Richter.