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Konnektoren dt.-ptg.Konnektoren dt.-ptg.Konnektoren dt.-ptg.Konnektoren dt.-ptg.Konnektoren dt.-ptg.Konnektoren dt.-ptg.

Sprachvergleich Deutsch-Portugiesisch: Konnektoren

Berlin

Projektgegenstand, Projektziele
Adressaten
Theoretischer Rahmen
Datengrundlage, Methodik
Kooperationen
Betreute wissenschaftliche Arbeiten
Mitarbeiter
Literatur
Veröffentlichungen

Rio de Janeiro

 

Projektgegenstand, Projektziele

Das Projekt untersucht die Syntax und Semantik der Konnektoren im Deutschen und im Portugiesischen (schwerpunktmäßig in der brasilianischen Varietät).

Konnektoren bilden eine semantisch-funktionale Klasse. Sie dienen dazu, Sätze miteinander zu verknüpfen. Es handelt sich um Einheiten wie wenn, oder, vorher oder nämlich im Deutschen, se, ou, antes oder pois im Portugiesischen.

Unter semantischem Blickwinkel können die durch Konnektoren kodierbaren Verknüpfungen in drei Hauptgruppen unterteilt werden (vgl. Sweetser 1990):

(i)    Verknüpfungen zwischen Sachverhalten (Zeitobjekten),
(ii)   Verknüpfungen zwischen Propositionen (wahrheits- bzw. erwünschtheitswertfähigen Objekten),
(iii)  Verknüpfungen zwischen Sprechakten (illokutionären Objekten).

Die Verknüpfungen unter (i) werden hier als Temporalverknüpfungen, die unter (ii) als epistemische bzw. deontische Verknüpfungen, die unter (iii) als illokutionäre Verknüpfungen bezeichnet.

Innerhalb jeder dieser Gruppen ist weiter zu unterscheiden zwischen vier Verknüpfungsarten:

(a)   symmetrischen Verknüpfungen,
(b)   asymmetrisch-statischen Verknüpfungen,
(c)   asymmetrisch-dynamischen Verknüpfungen mit offenem Ergebniswert,
(d)   asymmetrisch-dynamischen Verknüpfungen mit festem Ergebniswert.

Die Verknüpfungen unter (a) werden als Ähnlichkeitsverknüpfungen, die unter (b) als Situierungsverknüpfungen, die unter (c) als Konditionalverknüpfungen, die unter (d) als Kausalverknüpfungen bezeichnet.

Insgesamt ergibt sich die folgende semantische Typologie der Verknüpfungen (vgl. Blühdorn 2003, 2008, 2010):

(i.a):
temporale Ähnlichkeit
(ii.a):
epistemische/deontische Ähnlichkeit
(iii.a):
illokutionäre Ähnlichkeit
(i.b):
temporale Situierung
(ii.b):
epistemische/deontische Situierung
(iii.b):
illokutionäre Situierung
(i.c):
temporale Bedingung
(ii.c):
epistemische/deontische Bedingung
(iii.c):
illokutionäre Bedingung
(i.d):
temporale Verursachung
(ii.d):
epistemische/deontische Verursachung
(iii.d):
illokutionäre Verursachung

Im Deutschen wie im Portugiesischen können Verknüpfungen dieser unterschiedlichen Typen durch morphosyntaktische und durch lexikalische Mittel hergestellt werden.

Morphosyntaktische Verknüpfungsmittel sind z.B. Partizipial- und Gerundialkonstruktionen (vor allem im Portugiesischen, seltener im Deutschen) und teilweise phraseologisch erstarrte, adverbial gebrauchte Kasuskonstruktionen (vom Typ eines Tages, den ganzen Abend, meines Erachtens, meines Wissens usw.; nur im Deutschen). Lexikalische Verknüpfungsmittel (Konnektoren) sind Präpositionen, subordinierende und koordinierende Konjunktionen, Adverbkonnektoren und einige Klassen adverbialer Partikeln:

Schema

Präpositionen und Konjunktionen stellen syntaktische Verknüpfungen zwischen Phrasen und/oder Sätzen her. Adverbiale Konnektoren stellen referentielle Verknüpfungen her; syntaktisch sind sie Konstituenten eines der verknüpften Ausdrücke.

Die Ergebnisse des Projekts sollen in Form einer Monographie über die Syntax und Semantik der Konnektoren im Deutschen und Portugiesischen veröffentlicht werden.

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Adressaten

Das Projekt wendet sich an Fachleute in Germanistischer, Romanistischer und Allgemeiner Sprachwissenschaft: Syntaktiker, Semantiker, Textlinguisten und Lexikographen. Einige der Erträge können auch für Sprachlehrer (Deutsch und/oder Portugiesisch als Mutter- oder Fremdsprache) sowie für allgemein Sprachinteressierte relevant sein.

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Theoretischer Rahmen

Für das Deutsche orientiert sich die Beschreibung an Zifonun, Hoffmann, Strecker et al. (1997), Pasch, Brauße, Breindl & Waßner (2003), Blühdorn, Breindl & Waßner (2004) und Breindl, Volodina & Waßner (2014). Für das Portugiesische werden vor allem Gärtner (1998), Bechara (1999), Neves (1999), Neves (2000) sowie die Gramática do Português Culto Falado no Brasil [Grammatik des gesprochenen brasilianischen Standardportugiesisch] (2006, 2008, 2009) herangezogen. Die sprachvergleichende Methodik folgt Blühdorn (2001), Ravetto & Blühdorn (2011), Blühdorn (2012) und Blühdorn & Ravetto (2014).

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Datengrundlage, Methodik

Das Projekt erarbeitet eine deskriptive, gegenstandsorientierte Darstellung der Grammatik der Konnektoren in den beiden Vergleichssprachen. Die Ergebnisse können im Rahmen unterschiedlicher theoretischer Modelle weitergenutzt werden.

Als Datengrundlage für das Deutsche dienen die IDS-Korpora. Daten zum Portugiesischen werden dem NURC-Korpus (Norma Urbana Culta: Standard der Gebildeten Städtischen Mittelschicht) entnommen, das von Wissenschaftlern mehrerer brasilianischer Universitäten aufgebaut wurde, sowie dem an der Universität São Paulo (USP) erstellten COMET-Korpus (Corpus Multilíngue para Ensino e Tradução: Mehrsprachiges Unterrichts- und Übersetzungskorpus). Die empirische Grundlage wird durch Internetdaten erweitert, die über allgemein zugängliche Suchwerkzeuge, z.B. "Google", erschlossen werden.

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Kooperationen

Das Projekt versteht sich als Ansprechpartner für Konnektorenforscher in den deutsch- und portugiesischsprachigen Ländern.

Längerfristige Kooperationsbeziehungen bestehen zu Wissenschaftlern vom Departamento de Letras Modernas (Abteilung für Moderne Fremdsprachen) und vom Departamento de Letras Clássicas e Vernáculas (Abteilung für Klassische und Romanische Sprachen) der Universität São Paulo (Brasilien) sowie vom Dipartimento di Studi Umanistici (Abteilung für Humanwissenschaften) der Universität von Ost-Piemont in Vercelli und vom Dipartimento di Filologia, Letteratura e Linguistica (Abteilung für Philosophie, Literaturwissenschaft und Linguistik) der Universität Pisa (Italien).

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Betreute wissenschaftliche Arbeiten

Gutz Inglez, Karin (2007). Conectores de causa e condição em fóruns de discussão na internet [Kausale und konditionale Konnektoren in Diskussionsforen im Internet]. Doktorarbeit. Departamento de Letras Clássicas e Vernáculas, Universität São Paulo, Brasilien (gemeinsam mit Prof. Dr. Maria Lúcia da Cunha Victório de Oliveira Andrade).

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Mitarbeiter

Hardarik Blühdorn (Projektleitung) hardarik@ids-mannheim.de
Martina Richter (studentische Hilfskraft von 02/2014 bis 08/2015)

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Literatur

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Veröffentlichungen

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Illustrationen: Clara Steckel.