Aktuelles

02. - 05. Juli 2019: International Institute for Ethnomethodology and Conversation Analysis Conference 2019 (IIEMCA 2019), Rahmenthema: "Practices",...

[mehr]

10. - 12. März 2020: Deutsch in Europa, Rosengarten, Mannheim

[mehr]

Objekte zu Kommunikation und Beziehungen

Arbeiten von Uscha Rudek-Werlé

Zur Eröffnung der Ausstellung
am 7. März 2019 um 18:00 Uhr

laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung:
Prof. Dr. Henning Lobin

Einführung:
Dr. Martin Stather
Ausstellungsleiter Mannheimer Kunstverein

Ausstellungsdauer:
7. März - 7. Mai 2019

Öffnungszeiten
Mo. - Do. 10 - 17 Uhr
Fr. 10 - 15 Uhr

Zur Ausstellung:

Das Werk Uscha Rudek-Werlés zeichnet sich insbesondere durch Aufmerksamkeit und Einfühlung aus. All ihre Arbeiten umkreisen den Menschen, seine soziale Interaktion sowie die ihn umgebende Natur im Verhältnis zum Menschen und seinem Umgang damit. Die komplexe Werkreihe, DER MENSCH IM NETZ, beschäftigt sich mit der Kommunikation der Menschen untereinander. In Wandobjekten, in denen sich Metallkonstruktionen mit Wollgebilden treffen, thematisiert die Künstlerin verschiedene Formen der Auseinandersetzung und sozialer Interaktion. Bei allen ahnt man Probleme bei der beiderseitigen Verständigung: die Argumente verhaken sich ineinander, die eine Seite wirft die andere mit Argumenten tot, der Zwist ist wahrscheinlich. Auf wunderbar abstrakte und doch so nachvollziehbare Art und Weise verbildlicht Uscha Rudek-Werlé komplexe Strukturen und fragile Gleich- und Ungleichgewichte, die sich wie materialisierte Psychogramme an der Wand materialisieren.

Die Arbeit EINFACH IGNORIEREN bezieht sich auf die Situation des modernen Menschen in einer Welt, die kaum noch Privatsphären kennt und in der auch der öffentliche Raum beispielsweise durch Überwachungskameras keine Anonymität mehr garantiert. Spitzkantige Metallflächen mit Rundrohren vermitteln ansatzlos ein Gefühl der Bedrohung und des Beobachtetseins, der Titel weist ironisch auf das Desinteresse der Menschen hin, die einen weiteren Teil ihrer Freizügigkeit und Freiheit einzubüßen bereit sind. Dazu passend der MONOLOG, der den Redefluss schwallartig aus einem aufgerissenen Mund entlässt, wie man das von vielen Politikern kennt. Aber auch die sozialen Netzwerke bekommen ihr Fett ab – eine unüberschaubare Vernetzung spannt sich über die Wand und man verstrickt sich sofort darin, kommt man auch nur in ihre Nähe.

Die Arbeiten der Künstlerin sind von großer Sensibilität, ohne deutliche Botschaften vermissen zu lassen. Gleichzeitig sind ihre Gebilde von großer Schönheit und einer Poesie, die den Betrachter nachhaltig zu beeindrucken vermag.

Dr. Martin Stather
Ausstellungsleitung Mannheimer Kunstverein

Kurzbiografie:

Uscha Rudek-Werlé ist eine 1945 in Mannheim geborene Objektkünstlerin mit einem Studium an der Freien Kunstakademie Mannheim.

Ihre Objekte bringen gesellschaftliche Phänomene und Denkweisen zur Sprache.

Ihre letzte Ausstellung VOM LEBEN GESUNGEN war im Oktober 2016 im Kunstverein Eisenturm in Mainz. Im September 2016 hat sie 14 Werke zum Thema Integration und Islam unter dem Titel  WELCOME in den Katakomben der Universität-Schloss in Mannheim gezeigt.

Davor hatte sie 24 Objekte zum Thema Holocaust erstellt, die mit dem Titel  ERBLAST D in einem Ausstellungszyklus an geschichtsträchtigen Orten der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Diese Werke hat sie inzwischen ihrer Heimatstadt Mannheim geschenkt.