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Sprache im Kolonialismus

Methodenkritische, wissenschaftshistorische und postkoloniale Perspektiven

 

6. Workshop Koloniallinguistik
Mannheim, Institut für Deutsche Sprache
30. November bis 1. Dezember 2012

Organisation: Doris Stolberg, Stefan Engelberg

Die „Forschungsgruppe Koloniallinguistik“ befasst sich mit der Dokumentation, Analyse und Erklärung von sprachlichen Phänomenen, deren Behandlung die spezifische koloniale Situation zu berücksichtigen hat, innerhalb derer sie zu beobachten sind. Sie arbeitet dabei zu vier Themenbereichen: i) den im kolonialen Zusammenhang stattfindenden Sprachkontakt- und Sprachwandelphänomenen, (ii) der kolonialzeitlichen Grammatikographie und Lexikographie, (iii) den kolonialen Diskursen über Sprache, Völker, Gesellschaft und Identitäten sowie (iv) der Sprach- und Sprachenpolitik im kolonialen Kontext.

Auf der Tagung werfen die nicht der Forschungsgruppe angehörigen Vortragenden aus ihrer jeweils eigenen Perspektive einen Blick sowohl auf die skizzierten Gegenstandsbereiche als auch auf die wissenschaftliche Praxis der Forschungsgruppe Koloniallinguistik. Diese Perspektive kann eine postkoloniale, eine methodenkritische, eine sprachkritische oder wissenschaftssoziologische sein. Die Vortragenden aus der Forschungsgruppe selbst nutzen die Tagung, um die eigene Forschungspraxis zu reflektieren. Folgende Fragen werden unter vielen anderen diskutiert werden:

  • Wie können die oben skizzierten (post)kolonialen Gegenstandsbereiche  der Koloniallinguistik aus postkolonialer Perspektive aufgegriffen werden?
  • Wie ist mit historischen Materialien umzugehen, die Sprachen und Sprachgebrauch von Sprechergemeinschaften in kolonialen Kontexten dokumentieren?
  • Wie stellt sich die kolonialzeitliche sprachliche Praxis aus einer linguistikexternen wissenschaftlichen Perspektive dar (geistesgeschichtlich, wissenschaftshistorisch, literaturwissenschaftlich, kolonialhistorisch, …)?
  • Welche in kolonialen Zusammenhängen entstandenen Stereotypen prägen den Umgang der Sprachwissenschaft mit indigenen Völkern und Sprachen?
  • Wie stellt sich die Entwicklung des historisch tradierten (wissenschaftlichen) Sprechens über indigene Völker und Sprachen dar?
  • Welche Kontinuitäten sind hinsichtlich der Einstellung zu indigenen Sprachen seit der Kolonialzeit festzustellen?

Interessierte sind herzlich eingeladen.

Hier finden Sie das Programm und die Vortragsabstracts.

Kontakt: stolberg (at) ids-mannheim.de