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Häufig gestellte Fragen (FAQs)


Hier finden Sie Antworten sowohl auf häufig gestellte Fragen als auch auf Fragen zu interessanten Einzelproblemen.


Fragen:

  1. Gibt es das Deutsche Fremdwörterbuch auch online?
  2. Erfasst das Deutsche Fremdwörterbuch alle Fremdwörter?
  3. Haben Sie eigentlich etwas mit dem Duden zu tun?
  4. Nehmen Sie auch ganz aktuelle Wörter wie "Handy" oder "cool" auf?
  5. Findet man im Deutschen Fremdwörterbuch auch Computerwortschatz?
  6. Wie lautet die korrekte deutsche Schreibweise von adjektivierten Partizipien englischer Verben wie "to sample, to google, to recycle"?
  7. Woher kommt eigentlich das Wort "Bus"?

Ihre Frage ist nicht dabei? Richten Sie sie direkt an den Webmaster des Deutschen Fremdwörterbuchs.


Antworten:

  1. Ja. Seit 2014 wurde in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Projekts OWID (Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch) an der Retrodigitalisierung sämtlicher bisher erschienener Bände sowohl der ersten als auch der zweiten Auflage des DFWB gearbeitet. Im April 2016 wurden zunächst die bisher erschienenen Bände der Neuauflage über das Portal OWID des IDS freigeschaltet. Damit stehen sämtliche Wortartikel der Buchstabenstrecke A – H aus der zweiten Auflage online zur Verfügung, also rund 1.700 Wortartikel (mit ca. 25.000 Haupt- und Nebenstichwörtern sowie ca. 130.000 Belegen) aus den über 5.500 Seiten der Bände I – VII (a-Präfix – hysterisch, 1995 – 2010). In einem nächsten Arbeitsschritt soll die erste Auflage vollständig online bereitgestellt werden. Danach wird das Angebot durch die noch zu erarbeitenden Artikel der Strecke I – Q laufend ergänzt.
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  3. Nein. Entsprechend der ersten Auflage und ihrer Grundkonzeption ist auch die Neubearbeitung ein historisch-diachrones Auswahlwörterbuch, d. h., es werden in erster Linie allgemein geläufige bzw. integrierte Fremdwörter der gegenwärtigen deutschen (geschriebenen) Standard- bzw. Gemeinsprache erfaßt und in ihrer historischen Entwicklung bis zur Gegenwart beschrieben. Den gesamten historischen zusammen mit dem jeweils jüngsten Fremdwortbestand des Deutschen, einschließlich Wortschatzrandbereiche (z. B. die vielfältigen Fachsprachen) in einem Wörterbuch erschöpfend zu erfassen, ist angesichts der raschen Entwicklung etwa von Wissenschaft, Kunst, Technik und im Bereich der Medien unmöglich.
    Aus diesem leitenden Auswahlprinzip ergeben sich für den Ansatz der Hauptstichwörter einige Ausschlusskriterien, die Sie hier einsehen können.
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  5. Nein. Die kommerziellen Duden-Wörterbücher erscheinen im Dudenverlag, einem Unternehmensbereich des Verlags Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, während das Deutsche Fremdwörterbuch im Institut für Deutsche Sprache auf der Grundlage neuester lexikologischer Forschungen völlig neu erarbeitet wird und im Verlag Walter De Gruyter erscheint.
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  7. Im Allgemeinen gelten für die Auswahl der Stichwörter strenge (Ausschluss-)Kriterien. Die Bedingung, dass die Fremdwörter zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme allgemein geläufig bzw. in die deutsche Sprache integriert sein müssen, bringt es mit sich, dass sehr junge Entlehnungen keinen Platz im Wörterbuch finden. Ausnahmen werden allerdings dann gemacht, wenn ein Wort in kurzer Zeit (also etwa in den letzten 20 Jahren) so schnell verbreitet wurde, dass man von einer dauerhaften Integration ausgehen kann. In solchen Fällen - es sind nur sehr wenige - werden auch Wörter aufgenommen, die erst seit kurzen im Deutschen gebraucht werden. Aus diesem Grund finden sich auch "Handy" und "cool" im Deutschen Fremdwörterbuch.
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  9. Als historisch-diachrones Auswahlwörterbuch erfasst das DFWB in erster Linie allgemein geläufige bzw. integrierte Fremdwörter der gegenwärtigen deutschen (geschriebenen) Standard- bzw. Gemeinsprache. Aufgrund strenger Ausschlusskriterien, die Sie hier einsehen können, werden sehr junge Entlehnungen ebenso wie rein fachsprachliche Ausdrücke ausgeschlossen. Wegen der raschen Entwicklung allein dieses einen technischen Bereichs ist es unmöglich, den jeweils jüngsten Fremdwortbestand in einem Wörterbuch erschöpfend zu erfassen, weshalb Computerwortschatz im DFWB kaum zu finden ist. Ausnahmen bilden allerdings Wörter wie "Hardware", das bereits vor der Erfindung des Computers in Gebrauch war (mit der Bedeutung 'Eisenwaren') bzw. zusätzlich zu seiner fachsprachlichen Verwendung eine weitere, in diesem Fall metaphorische (vgl. die Polizei als "Hardware des Staates" u. Ä.) hinzugewonnen hat.
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  11. Diese Wörter bringen das Problem mit sich, dass die Buchstabenverbindungen -ple-, -gle- oder -cle- im Deutschen nicht vorkommen und zudem (auch im Englischen) anders ausgesprochen werden. Das Beispiel "to sample" aufgreifend gibt es vier prinzipiell mögliche Grundformen:

    • gesampled (mit englischer -l-Stellung und englischer Flexionsendung)
    • gesamplet (mit englischer -l-Stellung und deutscher Flexionsendung)
    • gesampeld (mit deutscher -l-Stellung und englischer Flexionsendung)
    • gesampelt (mit deutscher -l-Stellung und deutscher Flexionsendung)

    Drei dieser Formen sind in den elektronischen Textkorpora des Instituts belegt. Die Häufigkeitsverteilung ist dabei eindeutig:

    • gesampled: 15
    • gesamplet: 76
    • gesampeld: 0
    • gesampelt 620

    Die deutschen Schreiber scheinen sich also recht eindeutig für die weitestgehend eingedeutschte der vier Varianten zu entscheiden. Dass dieser Entscheidungsprozess noch andauert, ist daran zu erkennen, dass auch zwei andere Formen auftreten. Einig ist sich die deutsche Sprachgemeinschaft offenbar nur darüber, das man den deutsch-englischen Hybrid "gesampeld" nicht akzeptiert. Diese Situation ist wenig überraschend, zeigen doch andere Entlehnungen aus dem Deutschen ähnliche Tendenzen, so wurde etwa "cakes" im Laufe der Zeit zu "Keks" umgeschrieben und auch dem "Flakes" aus "Corn Flakes" scheint mit "Fleks" ein ähnliches Schicksal bevorzustehen.
    Da eine Entscheidung, wie in solchen Fällen zu schreiben ist, im deutschen Sprachgebiet nicht zentral getroffen wird, bleibt es dem Einzelnen überlassen, wie sehr er in seinem Schreiben ein solches Wort den orthographischen Gewohnheiten des Deutschen anpassen will.

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  13. Im 19. Jahrhundert wird aus dem Französischen das Wort "Omnibus" entlehnt, das wohl eine Kürzung aus "voiture omnibus" (mit der Bedeutung 'Fahrzeug für alle') darstellt. Gemeint war damals natürlich ein Lohnfuhrwerk. Dieses französische "omnibus" wiederum geht auf lateinisch "omnibus" zurück, das 'für alle' bedeutet, der Dativ Plural von "omnis" ('jeder') ist und neben dem Französischen noch in eine Reihe weiterer Sprachen entlehnt wurde. Mitte des 19. Jh. wurde dann aus dem Englischen die Kurzform "Bus" übernommen, die dort zuerst üblich geworden war. Mit dieser wurden dann neue Zusammensetzungen gebildet, darunter "Autobus" und "Oberleitungsbus". "Autobus" etwa, im 20. Jahrhundert entstanden, ist eine Zusammensetzung aus "Auto(mobil)" und "(Omni)bus".

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