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Quellen

Grundstock

Das DFWB beruht, vor allem um der Darstellung seiner Wort- und Bedeutungsgeschichten ein tragfähiges Fundament zu geben, auf einer breiten Material- und Quellenbasis. Den entsprechenden Grundstock auch für die Neubearbeitung bildet das Schulz/Baslersche Quellen- und Belegmaterial: In einem ersten Arbeitsgang notierten sich Hans Schulz und Otto Basler systematisch die Fremdwörter, die sie in einem Quellenwerk gefunden hatten, zunächst in Listenform. Diese über 10.000 Sammellisten bildeten dann die Grundlage für die Erstellung von Belegzetteln: Für jeden einzelnen Beleg wurde ein eigener Zettel erstellt, auf dem das Fremdwort, evtl. mit größerem Kontext, und die Belegstellenangabe (Autor, Buchtitel, Seite) verzeichnet wurden. Diese Sammlung, die sich heute auf insgesamt über 2 Millionen Belegzettel in etwa eintausend Zettelkästen beläuft, umfasst den ganzen hochdeutschen Zeitraum vom Althochdeutschen bis heute und ein breit gefächertes Textsortenspektrum.

  • Das Quellenverzeichnis von Hans Schulz ist in Bd. VII, S. 213 - 224, verzeichnet.
  • Das Quellenverzeichnis der Bearbeitung der Buchstaben R-Z in Bd. VII, S. 1 - 211.
  • Das Verzeichnis der bisher in der Neubearbeitung zitierten Quellen finden Sie hier.
  • Ein nach Autorennamen alphabetisch geordnetes Verzeichnis der rd. 1.500 vorhandenen, von Hans Schulz angelegten Fremdwortsammellisten finden Sie hier.
  • Ein nach Autorennamen alphabetisch geordnetes Verzeichnis der rd. 8.500 vorhandenen, von Otto Basler angelegten Fremdwortsammellisten finden Sie hier.

[Belegzettel]          [Zettelkasten]



Belege des 20. Jahrhunderts

Dazu kommt die sehr große Zahl der zwischen 1920 und heute aus Zeitschriften und vor allem Tageszeitungen gewonnenen Belege, die etwa ein Dreiviertel des Materials für das 20. Jh. ausmachen. Für die notwendige Aktualisierung des Belegmaterials bis zur Gegenwart stehen der Neubearbeitung außer den maschinenlesbaren Text- und besonders Zeitungscorpora des IDS (COSMAS - mit ca. 3,2 Milliarden laufenden Wortformen) und den Belegen aus eigener, gezielter Nachexzerption auch externe Corpora und Belegsammlungen zur Verfügung, die im Bedarfsfall benutzt werden können, z. B. die Archive der Berliner und der Göttinger Arbeitsstelle der Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuches und der Arbeitsstelle des Deutschen Rechtswörterbuches in Heidelberg.

[Zeitungszettel]


"Kontext-Service"

Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel zur gezielten Ergänzung und qualitativen Verbesserung des Belegmaterials ist der sogenannte "Kontext-Service", d. h. die Möglichkeit, über die auf den einzelnen Belegzetteln des Baslerschen Materials angeführten bibliographischen Angaben zu dem den Beleg enthaltenden Werk zu gelangen, den Standort des Quellenwerks zu ermitteln und bei der betreffenden Bibliothek Kopien der entsprechenden Seite(n) zu beantragen, um damit an Satzkontexte zu den (vielen) kontextlosen (nur das Stichwort enthaltenden) Belegen zu kommen. Für die bereitwillige Unterstützung unserer Belegrecherchen sind wir vielen staatlichen und städtischen Bibliotheken zu großem Dank verpflichtet.

Belege

Funktionen der Belege

Zum einen hat der Belegteil die Funktion, für den Wörterbuchbenutzer die Entscheidungen des Bearbeiters im Hinblick auf Auswahl und Form des Stichworts, die grammatischen, pragmatischen Angaben und insbesondere die Bedeutungserläuterung nachprüfbar zu machen. Der Benutzer kann so alle im Artikelkopf (dem erläuternden Artikelteil) gebotenen lexikographischen (metasprachlichen) Informationen am sprachlichen Material selbst kritisch prüfen.

Zweitens erfüllen die Belege insgesamt die Aufgabe, die Darstellung der Wortbedeutungen zu stützen und vor allem die Bedeutungserläuterungen zu ergänzen, in besonderen Fällen auch sie zu ersetzen. Dies wird besonders evident bei dem darstellungstechnischen Mittel der Belegverweise, durch die unmarkierte (d. h. nicht alphanumerisch, d. h., mit arabischen Ziffern und/oder lateinischen Kleinbuchstaben markierte) Bedeutungsangaben (bes. bei Bedeutungsnuancen oder metaphorischen Verwendungen) des Artikelkopfes mit bestimmten Belegen des Belegteils als "Zeugen" verknüpft werden.

Drittens dient der Belegteil neben der Verifizierung und semantischen Ergänzung auch der Vorführung der Stichwörter in (historischen) Textzusammenhängen (der Exemplifizierung). Er illustriert somit die Gebrauchsregeln, wie sie vom Bearbeiter in der Bedeutungserläuterung des Artikelkopfes für das Stichwort formuliert worden sind. Mit den Belegen gibt der Bearbeiter dem Benutzer Beispiele für die ausdrucks- und inhaltsseitigen Verwendungsweisen der Wörter: Er bietet ihm die Möglichkeit, den Wortgebrauch vom sprachlichen Material her zu erfassen und zu verstehen, ohne dabei, z. B. über die Bedeutungserläuterung, in seinem Verständnis gesteuert zu werden.


Auswahl der Belege

Der Vorrang des semantischen Aspekts bei der Auswahl der Belege ergibt sich allein schon aus dem Charakter des Fremdwörterbuchs als Bedeutungswörterbuch und aus seiner bedeutungsgeschichtlichen Konzeption. Deshalb werden bevorzugt diejenigen Belege ausgewählt, von denen der Bearbeiter meint, dass sie ihm vor allem bei der Erläuterung der Bedeutung, aber auch der anderen Worteigenschaften, von besonderem Nutzen waren, dass sie sich daher in besonderer Weise für die kritische Prüfung des Bedeutungsansatzes eignen und dass sie für das Verstehen besonders von historischen Texten sowie für die Erschließung historischer Wortbedeutungen einen besonderen Aussage- und Beispielwert haben.


Anordnung der Belege

Bei der Anordnung der Belege wird die Belegspur jeweils vom Zeitpunkt des Aufkommens bzw. der Entlehnung des Stichworts mit seinen einzelnen Bedeutungen bis an die unmittelbare Gegenwart verfolgt und der historische Zusammenhang deutlich gemacht.
Die Belege bzw. die Belegstellenangaben sollen möglichst exakt den Entlehnungszeitpunkt, den kulturellen Kontaktpunkt der Entlehnung sowie den über bestimmte (fachliche) Kommunikationsbereiche und (aus der Quellenangabe oft erschließbare) Textsorten nachweisbaren Entlehnungsweg innerhalb des Deutschen stichwort- und einzelbedeutungsbezogen nachzeichnen. Durch eine lückenlose Abbildung der Bezeugungschronologie kann der Benutzer sich auch vom Grad der formalen und inhaltlichen Integration der Stichwörter in das lexikalische System des Deutschen ein Bild machen.
Daher soll mit der Anzahl der Belege, der Belegdichte, weniger eine Aussage über die relative Häufigkeit des jeweiligen Wortgebrauchs gemacht als vielmehr seine Variationsbreite, sein Nuancenreichtum und sein Gewicht innerhalb der Wortgeschichte insgesamt veranschaulicht werden.