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Zur Einführung: Die Geschichte des DFWB

Das Fremdwörterbuch geht auf eine Anregung Friedrich Kluges zurück und war ursprünglich als Ergänzung zum Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm konzipiert. Es ist diesem daher für den Bereich des Fremdworts durchaus zu vergleichen: Das DFWB ist  das einzige deutsche Fremdwörterbuch, das in dieser Ausführlichkeit deutsche Fremdwörter nicht nur hinsichtlich ihrer Bedeutungsgeschichte darstellt, sondern ihren Gebrauch auch aus unterschiedlichen Textsorten, einschließlich literarischen, dokumentiert.

 

1. Phase

Hans Schulz, Bearbeiter des ersten, 1913 erschienenen Bandes (A - K), verstand sein Werk als einen ersten Versuch, die Geschichte der allgemein geläufigen Fremdwörter in verdichteter Darstellung historisch zu beschreiben:

"Das .. Werk versucht eine lexikalische Behandlung der in die deutsche Sprache aufgenommenen Fremdwörter nach den Grundsätzen der historischen Wortforschung. .. Das Fremdwörterbuch behandelt die Fremdwörter im Rahmen der deutschen Sprachgeschichte"
(Vorwort Band I).

Seine alphabetisch geordneten Wortartikel enthalten knappe Informationen zu Form, Bedeutung, Gebrauch, zum Zeitpunkt des Aufkommens, zur Gebersprache und zum Sachbereich der Stichwörter sowie eine strenge Auswahl an Belegen und/oder Buchungen aus anderen Wörterbüchern mit genauen Quellenangaben.

 



 

2. Phase

Nach dem Tod von Schulz (1915) war das Werk vorübergehend verwaist. Erst im Jahre 1923 begann mit Otto Basler die zweite, über 50 Jahre dauernde Phase des Werkes. Er erweiterte unter grundsätzlicher Beibehaltung der ursprünglichen Konzeption einer historisch-entwicklungsbezogenen Wortbeschreibung nicht nur die Quellen- und Materialbasis beträchtlich, sondern auch die Zahl der (zum Teil peripheren) Stichwörter, ihre lexikographische, insbesondere etymologische Beschreibung und vor allem die Dokumentation durch Belege.

Auf das "jahrelange Sammeln" (Vorwort Band II) von Quellen und Belegen ist es vornehmlich zurückzuführen, dass er den zweiten Band (L-P) nur mit Mühe (1942) abschließen und erst 30 Jahre später noch eine Lieferung zu dem Buchstaben Q vorlegen konnte. Wenige Jahre vor seinem Tode (1975) übergab Basler dem Institut für Deutsche Sprache seine umfangreiche Belegsammlung und zahlreiche Arbeitsunterlagen in der Hoffnung, dass das IDS für die Weiterführung des Werkes Sorge tragen werde.

Otto Baslers umfangreicher Nachlass befindet sich bis heute im Institut für Deutsche Sprache.

    

 

 

3. Phase

In seiner dritten Phase wurde das DFWB mit dem restlichen Lexikonteil R-Z von einer Arbeitsgruppe des IDS in den Jahren 1974 bzw. 1977-83 (Band III-VI) dann endlich fertiggestellt; im Jahre 1988 erschien noch ein umfangreicher, von Alan Kirkness u. a. zusammengestellter Registerband (Band VII), der neben den Quellenverzeichnissen von Schulz und Basler und einem Nachwort vor allem fünf Wortregister enthält, die der weiteren Auswertung und systematischen Erschließung des DFWB (alphabetisch, rückläufig, chronologisch, nach Herkunft und Wortklassen) dienen sollen.

(In Band VII S. 720 - 835 ist eine ausführliche historische Dokumentation der verschiedenen Bearbeitungsphasen zu finden.)