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Hans Schulz und Otto Basler

 

 

Hans Schulz

 

 

1886

Hans Schulz wird am 6. Juni in Bunzlau (Schlesien, heute Bolesławiec) geboren.

1895-1904

Besuch des humanistischen Gymnasiums Bunzlau und des Gymnasiums Hirschberg.

1904

Schulz nimmt in Berlin ein Jura-Studium auf, entdeckt jedoch schnell sein Interesse an der Geschichte der deutschen Sprache. Er wechselt in die Philologie und studiert weitere sieben Semester an den Universitäten Jena, Leipzig und Freiburg im Breisgau. Hans Schulz arbeitet in Freiburg mit an Friedrich Kluges Etymologischem Wörterbuch.

1908

Schulz promoviert bei Kluge über frühneuhochdeutsche Euphemismen. Nach seiner Promotion arbeitet Schulz als Privatdozent und hält Vorlesungen über altdeutsche Philologie. Zu seinen Studenten gehört auch der junge Otto Basler, der Hans Schulz später als lebendigen und beliebten Dozenten beschreiben wird, der gelegentlich mit dem Tennisschläger in der Hand den Hörsaal betrat.

1910

Hans Schulz habilitiert über die Schriften des katholischen Predigers Abraham a Sancta Clara. Der Verlag Karl J. Trübner beauftragt Schulz auf Anregung Kluges mit der Bearbeitung eines historischen Fremdwörterbuchs. Noch im selben Jahr liegt die erste Lieferung „à - Batterie“ vor.

1913

Schulz legt den ersten Band des Deutschen Fremdwörterbuchs (A-K) vor.

1914

Schulz veröffentlicht mit seinem „Abriss der Deutschen Grammatik“ eine einführende Sprachgeschichte, die sich vor allem an Anfänger richtet (2. Auflage 1933, 3. Auflage 1947).

1915

Hans Schulz fällt am 10. Januar im Alter von 28 Jahren im Ersten Weltkrieg in Frankreich.

 

Bibliographie

 

  • Schulz, Hans: Frühneuhochdeutsche Euphemismen. Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg i. B. Verlag Karl J. Trübner, Straßburg 1908.
  • Schulz, Hans: Studien zu Abraham a St. Clara. Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Legendi für Deutsche Philologie eingereicht der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg i. B. Freiburg 1910.
  • Schulz, Hans: Deutsches Fremdwörterbuch. 1. Lieferung: A-Batterie. In: Zeitschrift für Deutsche Wortforschung 12/1910, S. 310-312.
  • Schulz, Hans: Deutsches Fremdwörterbuch. Erster Band, A-K, Verlag Karl J. Trübner, Straßburg 1913. (Vorwort hier)
  • Schulz, Hans: Abriss der deutschen Grammatik (Trübners Philologische Bibliothek, Bd. 1). Verlag Karl J. Trübner, Straßburg 1914.

 

Nachruf Friedrich Kluges

 

 

 

Otto Basler

 

 

1892

Otto Basler wird am 8. Mai in Kitzingen am Main geboren. Seine Kindheit verbringt er in Dresden, wo er das Wettiner Gymnasium besucht.

1909

Ableistung eines einjährigen Militärdienstes in Freiburg im Breisgau.

1910

Basler beginnt ein Studium der Germanistik, Romanistik, Anglistik und Geschichte in Freiburg. Zu seinen Lehrern gehören der Germanist Alfred Götze und der Etymologe Friedrich Kluge; bei Hans Schulz besucht er eine Vorlesung über deutsche Mythologie.

1913

Basler wechselt an die Universität Leipzig, wo er bei dem Nordisten Eugen Mogk und dem Mediävisten Eduard Sievers studiert.

1914-18

Teilnahme am Ersten Weltkrieg.

1919

Basler kehrt nach Leipzig zurück und beendet sein Studium mit dem Staatsexamen.

1920

Promotion bei Eduard Sievers über die Orthographie im althochdeutschen Tatian. Im gleichen Jahr nimmt Basler eine Bibliothekarsstelle an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg an.

1921

Heirat; Geburt seiner Tochter.

1923

Auf Empfehlung von Marie Schulz, der Schwester des 1915 gefallenen Hans Schulz, wird Otto Basler mit der Wiederaufnahme der Bearbeitung des Deutschen Fremdwörterbuchs betraut. Basler erweitert zunächst die Quellenbasis: Bis 1970 wird er die Sammlung auf rund 2 Mio. Belege erweitern, die er ca. 10.200 Quellen aus Fachliteratur, Belletristik und (Tages-)Zeitungen entnimmt.

1925

Geburt seines Sohnes.

1926

Ab 1926 ist Basler hauptberuflich Abteilungsvorstand an der Deutschen Heeresbücherei in Berlin. Nebenberuflich ist er als Bearbeiter des Deutschen Fremdwörterbuchs tätig, daneben beschäftigt er sich mit einer Vielzahl weiterer sprachwissenschaftlicher Projekte. So steuert er eine Zeit lang Fremdwortartikel zum Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm bei.

1929-41

Parallel zu seinen bibliothekarischen und anderen wissenschaftlichen Aufgaben arbeitet Basler nun auch mit dem Bibliographischen Institut in Leipzig zusammen. Für den Verlag übernimmt er eine Reihe von Überarbeitungen (beginnend mit der 11. Auflage des Großen Duden und der 2. Auflage des Kleinen Duden), sowie eine Reihe von Herausgeberschaften.

1936-45

Basler wechselt an die Bayerische Armeebibliothek. Für die Aufrechterhaltung des Bibliotheksbetriebs erhält er kurz vor Kriegsende das Kriegsverdienstkreuz erster Klasse mit Schwertern.

1942

Veröffentlichung des zweiten Bands (L-P) des Deutschen Fremdwörterbuchs.

1943

Basler lehrt Philologie und Volkskunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München und übernimmt nach dem Tod Erich Gierachs dessen Projekt eines reichseinheitlichen orthographischen Regel- und Wörterbuchs.

1944

Otto Basler und der Leipziger Dozent für Lehrerbildung Karl Reumuth regen eine Reform der deutschen Rechtschreibung an, die jedoch von Adolf Hitler als „nicht kriegswichtig“ angesehen und untersagt wird.

1945

Baslers Sohn fällt an der Front in Ungarn. Nur zwei Jahre später erliegt seine Frau einer schweren Krankheit.

1946

Otto Basler wird Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. In der Folge ist er unter anderem an der Neubearbeitung des Bayerischen Wörterbuchs beteiligt.

1947

Otto Basler tritt die Nachfolge Gierachs auf dem Lehrstuhl für Philologie und Volkskunde an der Universität München an.

1959

Basler wird emeritiert und zieht mit seiner zweiten Frau nach Freiburg, wo er fortan als Honorarprofessor an der Universität lehrt. Basler engagiert sich auch weiterhin in regionalen Vereinen, so in der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein in Karlsruhe, am Alemannischen Institut Freiburg und im Historischen Verein für Geschichte der Ortenau in Offenburg.

1970

Abschluss der ersten Lieferung des dritten Bands des Deutschen Fremdwörterbuchs (Q).

1972

Basler legt seine Honorarprofessur in Freiburg nieder. Er übergibt seine Materialsammlung zum Fremdwörterbuch dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim mit der Bitte, dieses Projekt weiterzuführen.

1975

Otto Basler stirbt am 28. Mai im Alter von 82 Jahren in Freiburg.

 

Bibliographie

 

Ein vollständiges Verzeichnis der Publikationen Baslers finden Sie hier.

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Nachruf Lutz Röhrichs

 

Otto-Basler-Archiv am Institut für Deutsche Sprache

 

Wenige Jahre vor seinem Tod übergab Otto Basler dem Institut für Deutsche Sprache seine umfangreiche Belegsammlung sowie zahlreiche Arbeitsunterlagen. Die Bestände des Otto-Basler-Archivs können hier eingesehen werden.