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„Verben und ihre konstruktionellen Muster kontrastiv“

 

Workshop

Institut für Deutsche Sprache, Mannheim / 26. – 27. Juni 2014

(Organisation: Hans C. Boas, Stefan Engelberg, Kristel Proost)

Programm/Abstracts

 

Der Workshop verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen Annotations-, Klassifikations- und Analysestrategien vorgestellt und diskutiert werden, mit denen man Verbklassen, Frames, Argumentstrukturkonstruktionen, Valenzmuster, etc. erfassen, beschreiben, analysieren u. vergleichen kann, und zwar insbesondere aus einer sprachvergleichenden Perspektive (Deutsch, Englisch, Spanisch, Niederländisch, Französisch, etc.).

Zum anderen soll über Konzepte für eine geeignete kontrastive Ressource zu dem Phänomenbereich nachgedacht werden, die zum Beispiel die Form eines Hybrids aus Konstruktikon und Valenzlexikon annehmen könnte. Dies sollte mit einer geeigneten Semantik (Frames, Prädikat-Argument-Strukturen, …) verknüpft werden, die auch die Grundlage für ein den Sprachvergleich unterstützendes Tertium Comparationis als „common structuring device“ liefern sollte. Auch die Möglichkeiten eines größeren Projekts zur Erstellung einer solchen Ressource sollen erörtert werden.

Der Workshop soll aus drei Teilen bestehen. (i) Am ersten Tag halten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen kurzen Vortrag (auf Deutsch oder Englisch; 20 Min. plus 10 Min. Diskussion) aus ihrem Arbeitsgebiet, der die methodische Herangehensweise und die theoretische Position deutlich machen sollte. Idealerweise sollten dabei die folgenden Fragen angesprochen werden:

  1. Welche empirischen Methoden zur Ermittlung von Argumentstrukturen / Valenzen / Argumentstrukturmuster / Valenzmustern / Argumentstrukturkonstruktionen (von hier an „AVAVA“) und zum Auftreten von Verben in AVAVAs werden verwendet?
  2. Welche Position bezüglich des Verhältnisses von Valenzen/Valenztheorie und Konstruktionen/Konstruktionsgrammatik wird vertreten?
  3. Welche Repräsentationsformen für AVAVAs werden benutzt?
  4. Werden bestimmte semantische Verbklassifikationssysteme verwendet?
  5. Welche bisherigen Erkenntnisse können aus kontrastiver Perspektive zu AVAVAs eingebracht werden?
  6. Welche vorhandenen lexikalischen oder AVAVA-Ressourcen werden verwendet oder erstellt?

(ii) Am zweiten Tag sollen zunächst mögliche Strukturen einer kontrastiven Ressource zu Argumentstrukturen an der Schnittstelle zwischen Valenzlexikon und Konstruktikon erörtert werden. Dabei können auch Kurzvorstellungen eigener Ressourcen in die Diskussion integriert werden.

(iii) Drittens wollen wir einen Vorschlag für eine kontrastive Analyse als „shared task“ diskutieren, deren Ergebnisse Gegenstand eines weiteren Workshops sein könnten. Die Grundidee besteht darin, einen konkreten Text und seine Übersetzungen (z. B. „Hound of the Baskervilles“) sprachkontrastiv auf sein Inventar an AVAVAs hin zu untersuchen, um daraus Ideen für die kontrastive Repräsentation solcher Phänomene zu gewinnen.

Abschließend wollen wir überlegen, ob die Ergebnisse des Workshops Anlass für ein größeres kontrastives Projekt zu AVAVAs geben könnten und in welcher Form dies realisiert werden könnte.

Der Workshop beginnt am Donnerstag um 13 Uhr und endet am Freitag um 14 Uhr. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Zum Programm und zu den Abstracts.