Lexik
Arbeitsschwerpunkte
Die Arbeit in den 14 Projekten der Abteilung ist an die drei langfristigen Arbeitsschwerpunkte A) "Internetlexikographie", B) "Kulturwissenschaftlich-historische Lexikologie und Lexikographie" und C) "Syntagmatische Aspekte des Lexikons" geknüpft.
A) Internetlexikographie
Die Internetlexikographie erlaubt es, lexikographische Ressourcen intern und miteinander zu vernetzen, und kann so dem Benutzer eine Vielfalt neuer Informationsmöglichkeiten erschließen. In der Abteilung wird das internetbasierte Wortschatzinformationssystem OWID entwickelt, in das die Arbeiten einer Reihe von lexikographischen Projekten einfließen: elexiko, Lexikalische Innovationen, Usuelle Wortverbindungen, Sprachliche Umbrüche, Kommunikationsverben (in Arbeit), Fremdwörterbuch (geplant). An OWID angelehnt entsteht ein Lehnwörterbuchportal, das Wörterbücher deutscher Lehnwörter in anderen Sprachen vernetzt. Unsere Forschung im Bereich Internetlexikographie konzentriert sich zurzeit auf die Entwicklung neuer Methoden der Wörterbuchbenutzungsforschung und die lexikographische Konzeption und technische Umsetzung von Informationsvernetzungen (s. unter anderem BZVelexiko).
B) Kulturwissenschaftlich-historische Lexikologie und Lexikographie
In einer Reihe von Projekten der Abteilung wird der Wortschatz des Deutschen aus einer kulturwissenschaftlich-historischen Perspektive untersucht (Fremdwörterbuch, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, Sprachliche Umbrüche, Lexikalischer Wandel unter deutsch-kolonialer Herrschaft). Die Forschungen setzen zum einen eine lange Tradition lexikographischer Arbeit des IDS fort, erschließen zum anderen, insoweit sie in OWID eingebunden werden, aber auch neue lexikographische Präsentationsformen. Die Arbeiten werden durch den Aufbau eines Historischen Korpus unterstützt.
C) Syntagmatische Aspekte des Lexikons
Der Arbeitsschwerpunkt befasst sich mit "syntagmatischen Aspekten des Lexikons" auf semantischer und syntaktischer Ebene. Die herkömmlichen Vorstellungen von Struktur und Inhalt des Lexikons sehen sich zunehmender Kritik ausgesetzt. So wird bezweifelt, dass die traditionelle sprachtheoretische Auffassung der Zweiteilung von Grammatik und Lexikon den sprachlichen Daten standhält. Stattdessen – so suggerieren manche neueren Theorien – erkläre man die Daten besser über die Annahme eines Netzes von partiell spezifizierten Konstruktionen. Demgegenüber steht nach wie vor die traditionelle Auffassung von einer valenz- und damit lexikongesteuerten Grammatik. Dieser Kontroverse wird durch die Arbeit in verschiedenen Projekten der Abteilung Rechnung getragen (Polysemie und konstruktionelle Varianz, Usuelle Wortverbindungen, Sprichwort, Eingebettete komplexe Prädikationen), die auf korpuslinguistischer empirischer Basis Antworten auf die Frage nach der Natur des Lexikons zu geben versuchen.
