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Tagungsnetzwerk
‚Diskurs – interdisziplinär‘

 

Leitidee:

Wohl selten in ihrer Geschichte hat eine Kategorie die kulturwissenschaftlichen Disziplinen derart eng geführt wie die des Diskurses. Soziologie, Politologie und Philosophie, Geschichts- und Medienwissenschaft, Literatur- und Sprachwissenschaft haben sich gleichermaßen einen (nicht in allen Fächern unumstrittenen) diskursanalytischen Zugang zu ihren Gegenständen verschafft. Als Bezugsinstanz scheint grundsätzlich entweder die Diskursethik von Jürgen Habermas oder die Diskursgenealogie von Michel Foucault zu gelten. Auf deren Basis sind Theorien und Methoden weiter entwickelt, modifiziert, spezifiziert worden, so dass inzwischen eindrucksvolle sowohl theoretische als auch methodische Fortführungen vorliegen, die deutlich machen: Die Perspektive 'Diskurs' ist unverzichtbar, wenn es darum geht, gesellschaftliche Phänomene in Geschichte und Gegenwart kulturwissenschaftlich zu analysieren.

Gleichzeitig und als Folge dieser Fokussierung auf das diskursanalytische Paradigma ist die Geschichte der Kulturwissenschaften an einem Punkt angelangt, an dem Klärung angebracht zu sein scheint – in theoretischer Hinsicht ebenso wie methodisch und in Bezug auf die Gegenstände. Zentral ist hier die Frage nach der Perspektive der Disziplinen auf ihren Gegenstand überhaupt. Zu dieser Klärung soll das Netzwerk ,Diskurs – interdisziplinär' beitragen. Insofern auf den Arbeitstagungen interdisziplinäre Zugänge diskutiert werden, stehen die Schnittstellen sowie Grenzen transdisziplinärer Forschung sowie deren Rückwirkung auf die jeweiligen Einzeldisziplinen im Vordergrund. Denn ein derart über die Disziplinen hinweg greifendes Konzept wie das des Diskurses ist Chance und Herausforderung zugleich.

Leitidee ist deshalb die der Interdisziplinarität. Unter dem Zeichen von, das eigene Fach methodisch, theoretisch und hinsichtlich der Erkenntnisinteressen überschreitenden Forschung sollen Leitkategorien der Kulturwissenschaften (‚Diskurs‘, ‚Semantik‘, ‚Wissen‘, ‚kollektives Gedächtnis‘, ‚Metapher‘ etc.) reflektiert und in die Forschung der jeweils eigenen Disziplin eingeordnet werden. Auf der empirischen Ebene sollen solche Ansätze demonstriert werden, die nicht nur interdisziplinär angelegt sind, sondern diese Interdisziplinarität auch theoretisch und methodisch reflektieren.  

 

 

Tagungskonzept:

Auf jährlichen Arbeitstagungen, die ausdrücklich auch NachwuchswissenschaftlerInnen und fortgeschrittenen DoktorandInnen offenstehen, werden sowohl methodisch-theoretische Konzeptionen, als auch die empirischen Zugänge innerhalb der Diskursforschung vorgestellt und diskutiert. Gegenstand ist stets die konkrete Reflexion von interdisziplinären Schnittstellen diskursanalytischer Ansätze. Diese werden in Kurzreferaten präsentiert, während prinzipielle Diskussionen im Round-Table-Format geführt werden. Die Beiträge sollen jeweils publiziert werden.