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Sprache 1933–1945

Nationalsozialismus als Gegenstand linguistischer Forschung ist in einer Vielzahl von Einzelaspekten und auch hinsichtlich unterschiedlicher methodischer Zugänge (lexikalisch-semantisch, pragmatisch, diskursbezogen, rhetorisch) beschrieben. In den Sprachgeschichten kommt er als mehr oder weniger umfassendes Kapitel vor, in dem insbesondere die lexikalischen Bestände Gegenstand der Beschreibung sind. Problematisiert ist die Perspektive der Sprachbenutzer, die zu der Unterscheidung zwischen Sprache des NS (die Funktions- und Organisationssprache der Nationalsozialisten seit den 1920er Jahren) und Sprache im NS („NSDAP-Sprache plus verschiedene Traditionen politischer Sprache, die 1933 bis 1945 im Deutschen Reich wirksam waren.“ [von Polenz 1999, 547]) geführt hat.


Es fehlt eine akteursbezogene Gesamtdarstellung der Jahre 1933 bis 1945 im diskursiven Zusammenhang. Akteure sind alle an einem Diskurs einzeln oder kollektiv Beteiligte, die dessen Struktur bestimmen. Sie bilden komplexe, von ihrer jeweiligen Position im Diskurs abhängige Akteurskonstellationen mit je zu unterscheidenden Akteurspositionen. Unter der Voraussetzung, dass die kommunikative Konstellation der Jahre 1933 bis 1945 durch ein Gefüge von Handlungen unterschiedlicher Akteure geprägt war, fehlt mithin eine akteursgebundene Beschreibung der Sprache zur Zeit des NS, die berücksichtigt, dass die Kommunikationsgemeinschaft der Jahre 1933 bis 1945 aus heterogenen Teil-Gemeinschaften und -Kollektiven mit unterschiedlichen Erfahrungs- und Wahrnehmungshorizonten besteht und einem je spezifischen Selbstverständnis, mit dem sie (sprachlich) agieren.

Veranstaltungen: siehe unter Aktuelles