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Tagung: "Sprachliche Sozialgeschichte des Nationalsozialismus – Themen und Zugänge"

 

7. und 8. April 2017
Institut für Deutsche Sprache, Großer Vortragssaal

 

Eine sprachliche Sozialgeschichte des Nationalsozialismus rekonstruiert sprachliche Varietäten unterschiedlicher Akteure der Jahre 1933 bis 1945. Insofern sich die bisherige Forschung auf „NS-Sprache“ konzentriert hat, hat sie denjenigen Ausschnitt der sprachlichen Wirklichkeit fokussiert, den die Akteure des NS-Apparats bestimmt haben. Da zur sprachlichen Wirklichkeit der Jahre 1933 bis 1945 der Widerstand ebenso beiträgt wie die Angehörigen der integrierten Gesellschaft mit ihrer Alltagssprache oder die Ausgeschlossenen, stellt sich die sprachliche Wirklichkeit zur Zeit des Nationalsozialismus in diesem Sinne als ein kommunikativ-inter­aktiver Gesamtkomplex dar, der sich aus Teilgemeinschaften mit unterschiedli­chen Akteurspositionen zusammensetzt. Deren Verfügbarkeit über relevante Kommunikationsmedien unterscheidet sie ebenso wie ihr Zugriff auf diskursiv gesteuerte Sinn-und Deutungshorizonte und die Bevorzugung bestimmter Formen sprachlichen Handelns. Auf dem Workshop wird also der Fokus hinsichtlich der Beteiligten erweitert, um so ein differenziertes Bild der sprachlichen Wirklichkeit 1933 bis 1945 zu erhalten.

Darüber hinaus werden linguistische Ansätze, Verfahren und Methoden diskutiert, die sich prinzipiell für die Erschließung unterschiedli­cher Quellen anbieten, etwa der Diskursanalyse und der Soziolinguistik, der praxeologischen Kommunikationsanalyse und der multimodal orientierten Medienana­lyse. Ebenso werden u.a. Erschließungsmethoden der Korpuslinguistik vorgestellt. 

Heidrun Kämper, IDS Mannheim

Britt-Marie Schuster, Paderborn

 

 

 

Das Programm der Tagung finden Sie hier als PDF zum Download.

Das Poster zur Tagung finden Sie hier als PDF zum Download.

 

 

 

Anmeldung bis zum 1. April 2017 per E-Mail an:

Heidrun Kämper: kaemper (at) ids-mannheim.de