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Abteilung Lexik/Tagungen - 2. Tagung Deutsche Koloniallinguistik

Sprachkontakt und Sprachwissenschaft in den früheren deutschen Kolonien
(2. Tagung "Deutschlands Koloniallinguistik")

 

Mannheim, Institut für Deutsche Sprache
30. September - 1. Oktober 2010

Während der insgesamt kaum drei Jahrzehnte währenden Kolonialepoche des kaiserlichen Deutschlands kamen die deutschen Verwaltungskräfte, Militärs, Missionare, Siedler und Händler mit einer vorher unbekannten sprachlichen Vielfalt und "Fremdheit" in Berührung, auf die die wenigsten von ihnen vorbereitet waren. Die 1. Tagung zu Deutschlands Koloniallinguistik (Universität Bremen, 2009) hat damit begonnen, das, was für die Beschreibung der Sprachen Togos, Kameruns, Namibias, Tansanias, Mikronesiens, Neuguineas und Samoas während der deutschen Kolonialherrschaft geleistet wurde, zu sichten und kritisch zu würdigen.

Bei der 2. Tagung zu Deutschlands Koloniallinguistik steht weiterhin die Frage im Raum, wie man versucht hat, sich die neue linguistische Welt zu erschließen. Ein besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, welche Arten von Interaktion zwischen den Sprachen statt fanden und zu Resultaten (z.B. Entlehnungen, Sprachmischungen) führten, die möglicherweise bis heute nachweisbar sind.

Die Tatsache, dass das Deutsche in den Kolonialgebieten in eng umrissenen geographischen Arealen einer außerordentlich großen Zahl anderer Sprachen gegenüberstand, führte zu einer besonderen  Situation in Bezug auf Sprachenpolitik, Sprachenverhältnisse und Sprachkontakt, die mit keiner anderen soziolinguistischen Konstellation in der Geschichte der deutschen Sprache unmittelbar vergleichbar ist. Die variable Verwendung des Deutschen u.a. in Administration, Missionen und Schulen führte zu unterschiedlichen Ausprägungen des kolonialzeitlichen Sprachkontakts. Die gegenseitigen Einflüsse zwischen dem Deutschen und den indigenen Sprachen sind bisher nur unzureichend erforscht.

Neben der koloniallinguistischen Perspektive im Allgemeinen sind wir deshalb besonders an Präsentationen interessiert, die sich mit kontaktbedingten Einflüssen aus dem Deutschen und in das Deutsche in den ehemaligen Kolonialgebieten befassen und dabei mögliche Faktoren, die zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben, näher beleuchten.

Eingeladene Sprecher:
Peter Mühlhäusler
(University of Adelaide)
Thomas Stolz (Universität Bremen)

Die Tagungssprache ist Deutsch; Vorträge können auch auf Englisch gehalten werden.

Eine Publikation der Tagungsakten ist vorgesehen.

 

Kontakt

Dr. Doris Stolberg
Institut für Deutsche Sprache
Postfach 10 16 21
D-68016 Mannheim
Germany 

stolberg@ids-mannheim.de