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Präpositionale Wortverbindungen

Im Mittelpunkt dieses Arbeitspakets steht die Beschreibung des usuellen Gebrauchs binärer Präposition-Substantiv-Wortverbindungen (PWV) des Deutschen (mit rekurrenter Nullstelle) auf der Basis des UWV-Modells und des Konzepts ‚lexikalisch geprägte Muster‘, z.B.

Temporale PWV: in Kürze, auf Dauer, in Etappen, über Jahre, am Anfang, seit Kindertagen

Modale PWV: nach Belieben, mit Genugtuung, durch Menschenhand

Lokale PWV: vor Ort, hinter Glas, auf Erden

Diese Einheiten werden primär als phraseologische Minimaleinheiten (in adverbialer Funktion) mit der Tendenz zur eigenständigen Lexembildung betrachtet; d.h. sie fungieren als autonome Ausdrücke mit holistischen Bedeutungen und kommunikativen Funktionen. Erste umfassende Projektbeschreibungen und -studien erscheinen im Band:

Steyer, Kathrin (Hg.): Sprachliche Verfestigung. Wortverbindungen, Muster, Phrasem-Konstruktionen. (=Studien zur Deutschen Sprache). Narr: Tübingen.

Das PWV-Projekt gliedert sich in drei Module: vollautomatisch (Modul 1), semiautomatisch (Modul 2) und qualitative Kontraststudie (Modul 3). Modul 1 und 2 erfüllen vor allem eine Inventarisierungsfunktion, Modul 3 stellt eine qualitative Pilotstudie dar. Die Ergebnisse werden in OWIDplus schrittweise veröffentlicht.

Modul 1: PWV explorativ (verfügbar Ende 2017)

Dieses Modul präsentiert die Ergebnisse unserer empirischen Datenerhebung von binären Präposition-Nomen-Verbindungen auf Basis der getaggten Archive von DeReKo (Ausgangsdatenbasis für alle Module). Verfügbar sind Daten zu 72 Präpositionen und ca. 31.000 Nomen, angereichert mit Frequenzangaben und KWIC-Belegen (Zufallsauswahl). Die vollautomatisch erhobenen Daten werden in Form von dynamischen Tabellen präsentiert. Diese laden den Nutzer zur Exploration ein, indem sie sowohl zeigen, welche Nomen sich mit einer bestimmten Präposition als auch welche Präpositionen sich mit einem bestimmten Nomen verbinden. Diese Präposition-Nomen-Verbindungen vermitteln dem Nutzer einen Eindruck authentischer Sprachmuster und deren Frequenzverteilungen im Korpus.

Modul 2: PWV temporal (verfügbar Ende 2018)

In diesem Modul wird der Teilbereich temporaler PWV umfassend inventarisiert und mit Korpusdaten (KWICs, Kookkurrenzprofile und Lückenfüllertabellen) angereichert. Die Auswahl der Kandidaten die entsprechenden Suchprozeduren und die Systematisierung der Daten erfolgen qualitativ, aber unter Verzicht auf umfassende narrative Beschreibungen. Der Nutzer erhält authentische, systematisierte Korpusdaten, aus denen typische Gebrauchsmerkmale ableitbar sind. Aufbereitet werden:

  • Frequenzangaben zu konkreten Suchanfragen, angereichert mit KWICs (Zufallsauswahl) (z.B. über Jahre, Über Jahre)
  • Ausschnitte aus Kookkurrenzprofilen mit KWIC-Beispielen
  • Ausschnitte aus Lückenfüllertabellen für Erweiterungs- und Wortbildungsmuster mit KWIC-Beispielen, z.B.
  • Erweiterungsmuster: über X (die / viele / mehrere /) Jahre; über Jahre X (hinweg / hinaus /…); zu X(Wochen / Monates /Jahres) beginn)

Modul 3: Wortverbindungen kontrastiv (UWV-Gruppe und Kooperationspartner, laufend)

Dieses Teilprojekt untersucht Kollokations- und Kotextmuster sowie die Natur von Slotbesetzungen von binären Wortverbindungen des Typs PRÄPOSITION+SUBSTANTIV (z.B. nach Belieben; auf Anhieb) aus kontrastiver Sicht (deutsch-spanisch-slowakisch). Erstmals werden das UWV-Modell und die lexpan-Methodik auf andere Sprachen angewendet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen fließen in eine Pilotstudie ein und werde als ein neuartiger Prototyp multilingualer Aufbereitung online veröffentlicht.

Kooperationspartner:

Spanische Gruppe (Drittmittelprojekt): Leitung: Prof. Dr. Carmen Mellado Blanco (Universität Santiago de Compostela); alle weiteren Informationen hier: FRASESPAL

Slowakische Gruppe (Drittmittelprojekt): Prof. Peter Ďurčo (Universität d. Hl. Cyril und Method, Trnava); weitere Informationen hier: WICOL