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Prof. Dr. María José Domínguez Vázquez

Humboldt-Stipendiatin am IDS     (Juli 2012 bis Dez. 2013)

Die schriftliche Fassung des Vortrags am 10.04.2013 ist in der Zeitschrift "Deutsche Sprache" (Heft 4/13) unter dem Titel "Überlegungen zu einer deutsch-spanischen valenzbasierten Grammatik am Beispiel des Ausdrucks der Fortbewegung und der Bewegungsmodalität" veröffentlicht worden.

Kontakt:

E-Mail: majo.dominguez (at) usc.es

2. Vortrag im Rahmen des internationalen Gästeforums von

 

Prof. Dr. María José Domínguez Vázquez:

"Überlegungen zu einer deutsch-spanischen valenzbasierten Syntax"

10. April 2013 (Mittwoch), 14:30 Uhr, IDS Vortragssaal

 

Abstract:

In dieser Untersuchung geht man davon aus, dass Bedeutungen an bestimmten Szenen gekoppelt und in Wissensrahmen eingebettet sind, die sprachlich kodiert werden (frame). Dieses konzeptuell lexemübergreifende Netzszenario deckt verschiedenartige sprachliche Konstrukte – mehr oder weniger spezifische Abbildungen von Ergebnissen/ Prozessen/ Situationen –  ab und stellt den Bezugsrahmen für die vernetzte Darbietung von semantisch-konzeptuell kompatiblen sprachlichen Konstrukten dar. Diesbezüglich werden in den jeweiligen zur Analyse herangezogenen Netzen bzw. Szenarien die konkreten verschieden gestaltenen Versprachlichungsmuster sowie die mittels denen hervorgerufenen Bedeutungen einzelsprachlich erforscht, ferner intralingual – innerhalb einer Sprache in Bezug auf andere Szenarien bzw. Szenen – und interlingual gegenübergestellt. In Anlehnung daran geht die ranghöchste Gliederung der Arbeit auf eine konzeptuell-semasiologische Einteilung zurück, die folgende Fragen zu beantworten versucht: Wie wird im Deutschen und im Spanischen Veränderung wahrgenommen und ausgedrückt? Und Fortbewegung? Welche sprachlichen grammatischen und syntaktischen Ausdrucksmittel gewährleisten die Informationwiedergabe im Rahmen eines konkreten Szenarios? Hängen die Unterschiede zwischen den beiden analysierten Sprachen mit einer verschiedenartigen Wahrnehmung der Wirklichkeit zusammen? Wie werden semantisch-konzeptuelle Unterschiede ausgedrückt? usw. 

Aus dem Angeführten geht hervor, dass als tertium comparationis nicht primär die Analyse der Formen, der Ausdruckskategorien, zu gelten hat, sondern die Szenen bzw. die semantischen Frames, in denen die Realisierungen auftreten. Geprüft wird mittels welcher formalen Mittel gleiche Inhalte bzw. semantische frames in beiden Sprachen wiedergegeben werden.  Nach der konzeptuell-semasiologischen Betrachtung und der Zuordnung unterschiedlicher Ausdrucksmittel zu den Szenen sowie der Festlegung der intra- sowie interlingualen Übereinstimmungen und Unterschiede sind syntaktisch-semantische Regeln aus dem Sprachmaterial herauszufiltern, die Einblicke in die Verb-, Substantiv- und Adjektivvalenz, in die Satzbaupläne, in die Verbklassen aber auch in die spanischen Periphrasen, Gerundivphrasen sowie ihre jeweiligen Entsprechung im Deutschen u.a. gewinnen lassen.  Insgesamt sollte ein zweisprachiger Ausdrucksmittelkatalog für die jeweiligen Szenen und Frames entwickelt werden.

Diese Syntax sollte zu einer Vertiefung in die kontrastive Valenzbeschreibung und zu einer systematischen Beschreibung der Rückkoppelung syntaktisch-semantisch-konzeptueller Phänomene in den analysierten Sprachen beitragen.

Zur Person:

Frau Prof. Dr. María José Domínguez Vázquez ist Professorin für Germanistische Linguistik an der Universität Santiago de Compostela (Spanien). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Valenzgrammatik und -lexikographie sowie kontrastive Linguistik.

Promotion 2004 zum Thema „Zur Semantik der Präpositionen. Eine Untersuchung zu den Präpositivergänzungen im Deutschen und im Spanischen“ (ausgezeichnet mit dem "Premio extraordinario de Doctorado"). Erste promovierte Germanistin in Galicien mit einem europäischen Doktortitel. Habilitation 2007.

Frau Domínguez Vázquez ist an der Erarbeitung eines Verbvalenzwörterbuchs Spanisch-Deutsch und eines Verblexikons Deutsch-Spanisch beteiligt. Sie leitet unterschiedliche kontrastive Projekte zum spanisch-deutschen Vergleich, z.B. zur Untersuchung der Nominalphrase (CSVEA-Projekt) und zur Erstellung eines multilingualen Online-Wörterbuchs (PORTLEX-Projekt). Außerdem ist sie Leiterin der Forschungsgruppe GramLexCE (Grammatik und Lexikographie im europäischen Kontext) und Mitglied des lexikographischen interuniversitärischen Forschungsnetzes RELEX. Seit 2010 koordiniert sie den Europäischen Masterstudiengang für Lexikographie (EMLex) an der Universität Santiago de Compostela, der auf Initiative der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hin in Kooperation mit dem IDS und sieben weiteren Universitäten gemeinsam angeboten wird. Seit Juli 2012 forscht sie als Humboldt-Stipendiatin am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Im Anschluss an den Vortrag bietet sich in einer entspannten Atmosphäre Gelegenheit zum weiteren wissenschaftlichen Austausch, serviert werden Kaffee und spanische Spezialitäten.