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Prof. Dr. Meike Meliss

seit 2001 bis heute: mehrere Forschungsaufenthalte und Kooperationsprojekte am IDS

seit dem 1.09.2016: Co-Leiterin des IDS-Projekts "Lexik des gesprochenen Deutsch"

Kontakt:

E-Mail: meliss@ids-mannheim.de

8. Vortrag im Rahmen des internationalen Gästeforums 

 

Prof. Dr. Meike Meliss:

"Argumentstrukturmuster kontrastiv"

Eine empirische Annäherung an sprachliche Divergenzen im deutsch-spanischen Umfeld am Beispiel einiger Verben ausgewählter lexikalisch-semantischer Paradigmen

04. Oktober 2016 (Dienstag), 11.00, IDS Vortragssaal

 

Abstract:

Im Rahmen der Diskussion um valenz- und argumentstrukturtheoretische Ansätze und die konzeptuelle Anordnung der Lexik verfolgt der Beitrag Ziele der kontrastiven Linguistik, die in Verbindung mit der onomasiologisch-konzeptuellen Strukturierung der Lexik stehen, wie sie u.a. für die „Kommunikationsverben“ für das Deutsche (Harras et al. 2004 & 2007; online-Fassung Proost 2013) und im Vergleich zu dem Englischen (Proost 2007) und Spanischen (González Ribao/Proost 2015) oder zu den „Geräuschverben“ im deutsch-spanischen Vergleich (Meliss 2005, 2006) vorgelegt wurden.

In Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Konzepte für kontrastiv geleitete lexikologische Dokumentationen für Verben und der Entwicklung entsprechender lexikographischer Rechercheressourcen, die besonders dem fremdsprachigen Produktionsprozess dienen sollen, besteht seit 2010 an der Universidad Santiago de Compostela (USC) ein Kooperationsaustausch zwischen dem am IDS durchgeführten Projekt Verben und Argumentstrukturen und den drittmittelgeförderten Forschungsprojekten DICONALE und (jüngst) COMBIDIGILEX (vgl. dazu zahlreiche Publikationen ab 2010 zu den Projektgrundlagen auf den entsprechenden Projektwebseiten u.a. von Engelberg und Meliss).

Die Arbeiten des 2016 begonnenen Forschungsprojekts COMBIDIGILEX sollen kontrastive Studien u.a. zu dem Sprachenpaar Spanisch-Deutsch zur Distribution von Argumentstrukturmustern am Beispiel ausgewählter lexikalisch-semantischer Paradigmen (u.a. Psychverben, Kommunikationsverben, Wahrnehmungsverben, Verben der Kognition) hervorbringen. Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten mit vergleichbaren Korpora der beteiligten Sprachen und die Ausarbeitung der entsprechenden Kodierungsparameter. Verschiedene kontrastiv orientierte Vorstudien wurden sowohl im Rahmen der Arbeit im Projekt „Verben und Argumentstrukturen“ für das Deutsche im Vergleich zu dem Rumänischen und Englischen (vgl. Cosma et al. (Hgg.) 2014) als auch in dem Forschungsprojekt DICONALE für den Vergleich mit dem Spanischen geleistet (vgl. u.a. verschiedene Studien in: Engelberg et al. (Hgg.) 2015).

Der Beitrag wird am Beispiel ausgewählter Verben einiger onomasiologisch-konzeptuell geleiteter lexikalisch-semantischer Felder die methodologischen und theoretischen Grundlagen des Forschungsprojekts COMBIDIGILEX exemplarisch darstellen. Sie sollen sowohl die Voraussetzungen für weitere Studien im kontrastiven Kontext liefern, als auch die Ausweitung des Beschreibungsgegenstandes auf weitere semantisch-lexikalische Felder und Sprachen ermöglichen.

Ein Ausblick soll neben Vorschlägen zu einer lexikographisch orientierten Anwendung der Ergebnisse auch erste Überlegungen in Verbindung mit der Berücksichtigung der Lexik der gesprochenen Sprache im Sprachvergleich anbieten, um somit auch einen Brückenschlag zu dem neuen Projekt „Lexik des gesprochenen Deutsch“ herstellen zu können.

Bibliographie:

Cosma, Ruxandra, Stefan Engelberg, Susan Schlotthauer, Speranţa Stanescu & Gisela Zifonun (Hgg.) (2014): Komplexe Argumentstrukturen. Kontrastive Untersuchungen zum Deutschen, Rumänischen und Englischen. Berlin: Akademie-Verlag.

Engelberg, Stefan, Meike Meliss, Kristel Proost & Edeltraud Winkler (Hgg.) (2015): Argumentstruktur zwischen Valenz und Konstruktion. Tübingen: Narr Francke Attempto.

González Ribao, Vanessa, Kristel Proost (2015): El campo léxico al servicio de la lexicografía: Un análisis contrastivo en torno a algunos subcampos de los verbos de comunicación en alemán y español. In: Domínguez Vázquez, M. J. / Gómez Guinovart, X. / Valcárcel Riveiro, C. (Hgg.): Lexicografía de las lenguas románicas: Aproximaciones a la lexicografía moderna y contrastiva. Bd. II. 223-245, Berlin/München/Boston: de Gruyter.

Harras, Gisela, Edeltraud Winkler, Sabine Erb & Kristel Proost (2004): Handbuch deutscher Kommunikationsverben. Teil 1: Wörterbuch. Berlin/New York: de Gruyter, (Schriften des Instituts für deutsche Sprache 10.1).

Harras, Gisela, Kristel Proost & Edeltraud Winkler (2007): Handbuch deutscher Kommunikationsverben. Teil 2: Lexikalische Strukturen. Berlin/New York: de Gruyter, (Schriften des Instituts für deutsche Sprache 10.2).

Meliss, M. (2005): Recursos lingüísticos alemanes relativos a „GERÄUSCH“ y sus posibles correspondencias en español: Un estudio lexicológico modular-integrativo. (Reihe: Studien zur romanischen Sprachwissenschaft und interkulturellen Kommunikation, Bd. 16). Frankfurt: P. Lang.

Meliss, M. (2006): "Kontrastive Wortfeldstudie für das Sprachenpaar Deutsch-Spanisch am Beispiel der Verben für GERÄUSCH", in: Dietrich, W. et al. (eds.): Lexikalische Semantik und Korpuslinguistik - Semántica léxica y lingüística de los córpora. Tübingen: Narr (Reihe: Tübinger Beiträge zur Linguistik), 241-167.

Proost, Kristel (2007): Conceptual structure in lexical items: The lexicalisation of communication concepts in English, German and Dutch. Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, (Pragmatics & Beyond New Series 168).

Proost, Kristel (2013): Online-Nachschlagewerk "Kommunikationsverben" in OWID: <http://www.owid.de/docs/komvb/start.jsp>

 

Zur Person:

Frau Dr. Meike Meliss ist seit 2007 Professorin für Deutsche Sprache und Grammatik an der Abteilung für Englische und Deutsche Philologie der Philologischen Fakultät der Universität Santiago de Compostela (USC). Sie hat Germanistik und Hispanistik an den Universitäten Hamburg und Madrid studiert, hat mit einem Thema der kontrastiven Lexikologie an der Universität Complutense von Madrid promoviert und wurde 2005 für die Hochschullehre und Forschung habilitiert.

Aus der sich gegenseitig befruchtenden Verbindung ihrer langjährigen Lehrerfahrung sowohl im DaF-Bereich als auch in der universitären Auslandsgermanistik und ihren Forschungsinteressen u.a. in der kontrastiven Lexikologie, Lexikographie, Wortbildung und Valenzgrammatik sind zahlreiche Publikationen – hauptsächlich zu kontrastiven Studien - hervorgegangen.

Beeinflusst durch eine stark valenzgrammatische Prägung nach ‚engelscher Schule‘ befasst sie sich seit 2002 an der USC v.a. mit lernerlexikographischen Fragestellungen, die sich zunächst maßgeblich in der Konzipierung des kontrastiv ausgerichteten Pilotwörterbuches zur Valenz spanischer Verben und ihrer deutschen Äquivalente (DCVVEA) niedergeschlagen haben. Seit 2010 leitet sie verschiedene, von spanischen und galicischen Institutionen geförderte Forschungsprojekte, in deren Zentrum die Entwicklung der theoretischen und methodologischen Grundlagen zu der Erstellung eines konzeptuell orientierten, zweisprachig-bilateralen, deutsch-spanischen Lernerwörterbuches der Verbalkombinatorik (DICONALE) vorgelegt wurden. Dank der von ihr erfolgreich eingeworbenen, weiteren Drittmittel (MINECO & FEDER) konnte an der USC in der ersten Hälfte 2016 auch die Arbeit an COMBIDIGILEX aufgenommen werden. Es handelt sich um ein Projekt zur Analyse und Informationsdigitalisierung der Kombinatorik in lexikalisch-semantischen Paradigmen im multilingualen Kontrast, das in Verbindung mit einer Forschungskooperation mit dem Projekt „Verben und Argumentstrukturen“ der Abteilung Lexik (IDS) und unter Mitarbeit verschiedener ForscherInnen anderer spanischer und portugiesischer Universitäten an der USC durchgeführt werden soll.

Von ihrer langjährigen Verbindung zum IDS zeugen u.a. die seit 2001 regelmäßig durchgeführten, unterschiedlich langen Gastforschungsaufenthalte. In diesem Zusammenhang ist besonders die neunmonatige Förderung (2008-2009) durch das „Juan Castillejo-Stipendium“ des spanischen Wissenschaftsministeriums an der Abteilung Lexik zu erwähnen. Dank der Kooperationsbereitschaft des IDS konnten ebenfalls unter ihrer Leitung bisher drei internationale Fachtagungen (2002, 2005 und 2012) an der Philologischen Fakultät der USC abgehalten und entsprechende Publikationen (Engel/Meliss (Hgg.) 2004, Eichinger et al. (Hgg.) 2008, Engelberg et al. (Hgg.) 2015) vorgelegt werden.

 

Alle Interessierten sind zum Vortrag herzlich eingeladen!

Im Anschluss an den Vortrag bietet sich in einer entspannten Atmosphäre Gelegenheit zum weiteren wissenschaftlichen Austausch, serviert werden Kaffee und spanische Spezialitäten.