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"Den Nagel auf den Kopf treffen" - Wortverbindungen mehr oder weniger fest

39. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

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11.-13. März 2003

Sprachgebrauch konstituiert sich wesentlich über Wortverbindungen. Bei diesen handelt es sich nicht um beliebige Verbindungen eines Wortes A mit einem Wort B, sondern um Kombinationen, die in einer Sprechergemeinschaft usuell geworden sind. Solche Kombinationen umfassen nicht nur typische Vertreter der Idiomatik wie den Löffel abgeben, auf dem Kerbholz haben oder ins Gras beißen, sondern auch auf den ersten Blick unauffällige, semantisch durchsichtige Fügungen wie es braucht, das Was und Wie oder ins Land holen, die einen hohen Grad an Formelhaftigkeit aufweisen. Sprachsystematisch können solche mehr oder weniger festen Wortverbindungen durchaus regulär wirken. Ihre Besonderheit wird oft erst deutlich, wenn man sie aus der Perspektive des Lerners betrachtet. Sprachbenutzer müssen Verbindungskonventionen jeglicher Art (z.B. Idiome, Kollokationen, Funktionsverbgefüge, Sprichwörter und auch kommunikative Formeln, formelhafte Wendungen des medial geprägten Sprachgebrauchs wie Standort Deutschland) kennen und beherrschen, um kulturell angemessen kommunizieren zu können. Deshalb wird der Beschreibung und Vermittlung von üblichen Wortverbindungen einer Sprache besonders in der Lexikografie, Fremdsprachendidaktik und Übersetzungswissenschaft ein hoher Stellenwert eingeräumt. Eigenschaften von Wortverbindungen rücken in letzter Zeit aber auch zunehmend ins Zentrum sprachtheoretischer bzw. sprachsystematisch orientierter linguistischer Forschung.

Die Tagung verfolgt einen ausdrücklich integrativen Ansatz, der die Mehrwortproblematik unter verschiedenen Forschungsperspektiven und methodischen Zugängen betrachtet, wie sie sich z.B. aus Phraseologie und Parömiologie, aus der Kollokationsforschung, aus Lexikologie und Lexikografie, Grammatik und Pragmatik oder aus der Computer- und Korpuslinguistik ergeben. Phänomene der Wortkombinatorik sind auch für all jene von Bedeutung, die außerhalb der Linguistik professionell mit Sprache umgehen (Übersetzer, Journalisten, Texter usw.); zugleich können Aspekte dieses Themas aber auch einem breiteren sprachinteressierten Publikum nahe gebracht werden.

Themenschwerpunkte:

  • Aktuelle Tendenzen der Phraseologie
  • Sprachtheoretische Aspekte
  • Idiomatik und Kognition
  • Usuelle Kookkurrenz
  • psycholinguistische Fragestellungen und Methoden
  • (automatische) Methoden der Kollokationsanalyse
  • grammatische Aspekte (Valenz, generative Syntax)
  • Mehrworteinheiten und Lexikon
  • Phraseme in Texten
  • Formelhaftigkeit in der Kommunikation
  • Mehrwortlexikografie von innen und außen
  • Korpusbasiertheit vs. Kompetenz
  • (Inter)-Kulturelle und kontrastive Aspekte
  • Sprichwörter und andere Kleinformen in Geschichte und heutiger Alltagskultur

Hinzu kommen Projektvorstellungen durch System- und Posterpräsentationen.

Vorbereitungsausschuss:

  • Prof. Dr. Harald Burger (Zürich)
  • Prof. Dr. Ulla Fix (Leipzig)
  • Dr. Kathrin Steyer (IDS, federführend)
  • Prof. Dr. Gerhard Stickel (IDS, Mannheim)


Programm mit Abstracts

Hinweise

[PDF] Tagungsort
Bürgersaal
Stadthaus Mannheim
N1, am Paradeplatz
Mannheim
Weitere Informationen zur 39. Jahrestagung: jahrestagung@ids-mannheim.de