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Vortrag am 5. Juli 2016Vortrag am 5. Juli 2016Vortrag am 5. Juli 2016Vortrag am 5. Juli 2016Vortrag am 5. Juli 2016Vortrag am 5. Juli 2016

Vortrag am 5. Juli 2016

Dr. habil. Ewa Drewnowska-Vargáné

Forschungsaufenthalt am IDS:    vom 15. Juni bis zum 14. Juli 2016 

Humboldt-Stipendiatin

Kontakt:

E-Mail: ewa5drewa@gmail.com

7. Vortrag im Rahmen des internationalen Gästeforums 

 

Dr. habil. Ewa Drewnowska-Vargáné:

"Argumentative Topoi in einer sprach- und kulturkontrastiven Analyse"

05.07.2016 (Dienstag), 14.30, IDS Vortragssaal

 

Abstract:

Sprach- und kulturkontrastiv ausgerichtete Analysen argumentativer Topoi stellen im Vergleich zu den einzelsprachlichen Untersuchungen ein relativ neues text- bzw. diskurslinguistisches Gebiet dar. Einschlägige Publikationen aus dem letzten Jahrzehnt zeugen von einem zunehmenden Interesse am argumentativen Topos als Tertium comparationis in mehrsprachigen Diskursen.   Meistens verfahren dabei die Forscher mit von vornherein kontextspezifisch bestimmten Topoi und ziehen nur ganz allgemeine Schlüsse auf deren formal-kontextabstrakte Schemata. Demgegenüber vertrete ich die Position, dass argumentative Topoi als Denk- und Verhaltensmuster der jeweiligen Diskursgemeinschaft zunächst in ihrer kontextabstrakten und erst danach ggf. in ihrer kontextspezifischen Gestalt berücksichtigt werden sollen (vgl. Drewnowska-Vargáné 2015, 2016). Aus dem von mir vorgeschlagenen methodischen Weg der sprach- und kulturkontrastiven Diskursanalyse nach argumentativen Topoi als Tertia comparationis folgt, dass formal-abstrakte Topoi eine unentbehrliche Grundlage in sprach- und kulturkontrastiven Diskursanalysen bilden. Eine geeignete theoretische Fundierung bildet dafür die Typologie  der argumentativen Topoi von Kienpointner. 

Der Vortrag widmet sich argumentativen Topoi zu der Zypern-Krise in einem internationalen, deutsch-, polnisch- und ungarischsprachigen Pressediskurs. Das inhaltliche Ziel besteht im Eruieren von formal-abstrakten und kontextspezifischen Topoi, die das argumentative Verhalten der drei Diskursgemeinschaften kennzeichnen und ggf. voneinander unterscheiden. Im Hinblick auf meine künftigen Untersuchungen steht jedoch das methodische Ziel im Vordergrund: Es besteht in einer systematischen Erweiterung der Kienpointnerschen Typologie (vgl. Kienpointner 1992, 1996, 2003, 2007, 2014) um neue formal-abstrakte Schemata bzw. deren neue Varianten aufgrund des durchgeführten sprach- und kulturkontrastiven Diskursvergleichs. Die Hauptfrage dabei besteht darin, wie sich neue / abgewandelte Schemata überzeugend ermitteln und typologisieren lassen.  

Literatur:

Drewnowska-Vargáné, Ewa (2015): Pressediskurse im Kontrast – Paralleltextanalysen zum Deutschen, Polnischen und Ungarischen. Landau.

Drewnowska-Vargáné, Ewa (2016): Argumentative Topoi in ungarischen Kommentaren zu Zypern-Krise – eine kommunikationskulturkontrastive Diskursanalyse. In: Lenk, Hartmut E.H. (Hrsg.): Persuasionsstile in Europa III. Hildesheim (i.E.).

Kienpointner, Manfred (1996): Vernünftig argumentieren. Regeln und Techniken der Diskussion. Reinbek.

Kienpointner, Manfred (2003): Ideologie und Argumentation in TV-Wahldebatten. In: Deppermann, Arnulf / Hartung, Martin (Hrsg.): Argumentieren im Gespräch. Tübingen, S. 64-87.

Kienpointner, Manfred (2007): Argumentationstheorie und Diskursanalyse. In: Gruber, Helmut / Kaltenbacher, Martin / Muntigl, Peter (Hrsg.): Empirieorientierte Ansätze der Diskursanalyse / Empirical Approaches to Discourse Analysis. Frankfurt / M., S. 147-168.

Kienpointner, Manfred (2014): Freiheit oder Tod. Zu einem Leitmotiv politischer Rhetorik innerhalb und außerhalb Europas. In: Ueding Gert / Kalivoda Gregor (Hrsg.): Wege moderner Rhetorikforschung. Berlin, S. 595-615.

 

Alle Interessierten sind zum Vortrag herzlich eingeladen!

Im Anschluss an den Vortrag bietet sich in einer entspannten Atmosphäre Gelegenheit zum weiteren wissenschaftlichen Austausch, serviert werden Kaffee und ungarische Spezialitäten. Lassen Sie sich überraschen!