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Projekt "Multimodale Interaktion"

Teilprojekt: "Sprache in Sozialen Medien"

Bearbeiter: Prof. Dr. Konstanze Marx, PD Dr. Axel Schmidt

Das Teilprojekt gliedert sich in zwei Schwerpunkte:

1. Medienketten

Das Videoportal Youtube repräsentiert multimodale Soziale-Netzwerk-Seiten par excellence: Es bietet nicht nur die Möglichkeit, selbst erstellte Kommunikate hochzuladen und für ein disperses Publikum zur Verfügung zu stellen, die Videos können auch bewertet und kommentiert werden. In sogenannten Laien-Tutorials zu Computerspielen oder zu Make-Up-Techniken werden potenzielle Rezipient/inn/en bereits während des Produktionsprozesses und damit vor der Rezeption adressiert. Diese wiederum können während des Rezeptions­prozesses nur über Youtube-Funktionen (mag ich/mag ich nicht), Abonnement-Entscheidungen und schriftliche Kommentare reagieren, nutzen also gänzlich andere Kanäle. Im Projekt soll diese multimodale und multimediale Interaktionssituation, die täglich mannigfach eintritt, seziert und analysiert werden, um die Komplexität audiovisuell vermittelter Internetformate zugänglich zu machen.

Ziel des Projekts ist die Spezifikation einer durch Versetzung geprägten Interaktion:

  • Versetzung in der Zeit (strikte Serialität?),
  • Versetzung im Medienformat (Film zu Sprache),
  • Versetzung in der Realisierungsmodalität (mündlich zu technischer Funktion oder schriftlich).

2. Raum 2.0 - Interaktion in virtuellen Räumen und darüber hinaus

Interaktion in Sozialen Medien ist Interaktion in virtuellen Räumen und darüber hinaus. Aus dieser Einsicht ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen On-und Offline-Interaktion, das im Projekt ausdifferenziert werden soll. Wie sind die Sozialen Medien als interaktiver Kommunikationsraum überhaupt strukturiert? In welchem Bezug stehen sie zu Offline-Interaktionsräumen? Das technische Gerät, das Zugang zur Onlinewelt gewährt, ist ebenso Teil einer räumlichen Struktur, wie die jeweiligen Interagierenden. Sie bewegen sich in der jeweils eigenen Raumkonstellation und kreieren über die technologische Verbindung einen gemeinsamen Interaktionsraum, der nicht losgelöst von ihrem aktuellen Aufenthaltsort zu betrachten ist. Die jeweils aktuelle natürliche Raumkonstellation ist dabei kein interaktionsfreier Raum, so dass eine aus pragmatischer und soziologischer Perspektive relevante Integration von Raumkonstrukten in der Kommunikation vollzogen wird. Konkret wird diese raumkombinatorische Interaktion am Beispiel von Unterhaltungen untersucht, die simultan zu Online-Spielen mit der Sprachkonferenz­software Teamspeak geführt werden (Projekt "sInton - Spielbegleitende Interaktion Online im Fokus pragmalinguistischer Forschung"). Die spielbegleitende Kommunikation, die sowohl on- als auch offline stattfindet, verspricht nicht nur Einblicke in die Referenzialisierung virtueller, hybrider und realer Raumstrukturen, sondern auch Erkenntnisse über mit diesen Referenzprozessen in Bezug zu setzende (jugend)-sprachliche Gruppen­konstituierungsprozesse, Identitätskonstruktionsstrategien, Konfliktmanagement und Aushandlungen des Rederechts in Mehrpersonenkonstellation.

Kontakt: Prof. Dr. Konstanze Marx, konstanze.marx (at) ids-mannheim.de