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Projekt "Verbkomplemente im gesprochenen Deutsch"

Teilprojekt „Verbkomplementierung und Einheitenbildung im gesprochenen Deutsch”

Bearbeiterin: Dr. Nadine Proske

Das Teilprojekt untersucht den wechselseitigen Einfluss von Verbkomplementierung und Einheitenbildung in der gesprochenen Sprache. Die Bildung von Einheiten findet während der Produktion auf verschiedenen sprachlichen Ebenen (Syntax, Prosodie, Semantik, Handlung, Turn) statt, die nicht immer übereinstimmen. Wir wissen bisher kaum, wie Organisationsprinzipien der Einheiten und informationsstrukturelle Faktoren die Möglichkeiten der Verbkomplementierung im gesprochenen Deutsch bestimmen. Es wird untersucht,

  • welche Einheiten für informationsstrukturelle Beschränkungen relevant sind.
    Es sind in der Literatur Intonationsphrasen und Teilsätze als Domänen für die Beschränkung auf einen neu aktivierten Referenten oder Sachverhalt angesetzt worden. Es soll untersucht werden, wie diese Domänen bei der Herstellung der bevorzugten Infomationsstrukturierung interagieren.
  • wie die informationsstrukturellen Beschränkungen der Einheiten die Muster der Verbkomplementierung, insbesondere die Menge der realisierten Komplemente, beeinflussen.
    Das Auftreten von zwei neuen Referenten - und somit nicht-pronominalen Nominalphrasen - in einem Teilsatz bzw. einer Intonationsphrase ist dispräferiert (preferred argument structure). Es soll gezeigt werden, dass dann, wenn Bedarf zur Einführung mehrerer neuer Referenten besteht, das Eröffnen einer neuen Einheit nötig wird - entweder in Form eines neuen Teilsatzes oder einer neuen Intonationsphrase (z. B. bei Nachfeldbesetzung). Es soll außerdem festgestellt werden, ob es neben einer Begrenzung der Menge an informationslastigen Komplementen auch kontext- oder konstruktionsabhängige Tendenzen zu einer Mindestmenge an Komplementen, realisiert durch wenig informationslastige Pro-Elemente und Adverbien wie da, dann oder jetzt, gibt.
  • welche Verben bevorzugt zur Bildung von Einheiten herangezogen werden.
    Die Verwendung semantisch unspezifischer Verben (wie haben, machen, kommen, gehen, sitzen, stehen usw.) ist häufig pragmatisch und nicht semantisch motiviert. Es sollen verschiedene mehrere Teilsätze umfassende Konstruktionen mit diesen Verben in ihrer informationsstrukturellen und interaktionalen Funktion untersucht werden (z. B. Aufspaltung von Referenteneinführung und Prädikation auf zwei Teilsätze: Da sitzt ein Nerv und arbeitet).

Kontakt: Dr. Nadine Proske, proske (at) ids-mannheim.de

Abschlussband: Deppermann, Arnulf / Proske, Nadine / Zeschel, Arne (Hrsg.) (i.Dr.): Verben im interaktiven Kontext. Bewegungsverben und mentale Verben im gesprochenen Deutsch. Tübingen: Narr.