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Pragmatik

Projekt "Migrationslinguistik"

Migration und Mehrsprachigkeit, migrationsbasierte Varietäten des Deutschen

Projektleiterin: Prof. Dr. Nina Berend

Welches Deutsch sprechen Migranten? Gibt es migrantentypisches Sprechen, "Migrantendeutsch", "Ethnolekte"? Unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen entstehen und entwickeln sich solche Varietäten? Ist Migrantendeutsch dialektal bzw. regional "gefärbt", in welchen Regionen, zu welchem Grad und mit welchen Differenzierungen bei verschiedenen Migrantengruppen? Und: Verändert sich die deutsche Sprache unter dem Einfluss von Migranten?

Forschungsgegenstand und -ziele:

Das Projekt konzentriert sich auf die Untersuchung des Sprachgebrauchs von Zuwanderern mit russischsprachigem Migrationshintergrund. Ziel ist die exemplarische Beschreibung der Entstehung, Entwicklung und Ausprägung von Varietäten des Deutschen unter spezifischen Bedingungen von Migration und Mehrsprachigkeit. Untersuchungsgegenstand sind die Veränderungen des Sprachstands in real time (Längsschnitt der 1. Generation) und in apparent time (1. vs. 2. Generation: Kontrastierung von Datensets der Erwachsenen und Jugendlichen). Empirische Fragestellungen der Repertoireanalyse sind:

  • die Akkommodation an die endogenen Substandardvarietäten im westmitteldeutsch-rheinfränkischen sprachgeographischen Raum (Regionalvarietäten)
  • die Auswirkungen des Hochdeutschen/Standarddeutschen beim Zweitspracherwerb (Lernervarietäten)
  • die Verwurzelung in den Herkunftssprachen (Sprachkontakt Deutsch - Russisch, Substratbestandteile als Folge des Sprachkontakts)

Im Rahmen des Projekts werden aktuelle Sprachdaten erhoben. Für die Längschnittuntersuchung wird auf Korpora aus den Jahren 1992-1994 zurückgegriffen (IDS-Projekt "Sprachliche Integration von Aussiedlern").

Kooperation:

Das Projekt Migrationslinguistik kooperiert innerhalb des IDS mit dem Projekt "Variation des gesprochenen Deutsch" hinsichtlich der korpuslinguistischen Verfahren der Aufbereitung und Analyse der Sprachdaten, insbesondere in Bezug auf die Frage der regionalen Ausprägung der gesprochenen Standardsprache im Westmitteldeutschen.

Kontakt: Prof. Dr. Nina Berend, berend (at) ids-mannheim.de