Aktuelles

09.-11. März 2021: 57. Jahrestagung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache als Online-Konferenz, Sprache in Politik und Gesellschaft: ...

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24.-26. März 2021 - online: 22. Arbeitstagung zur Gesprächsforschung 2021 – online. Rahmenthema "Bedeutung in der Interaktion"

 

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21.07.2020: Klaus Tschira Stiftung baut das Forum Deutsche Sprache

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Spektakulärer Glücksfall: Mannheim baut "Haus der Deutschen Sprache" (von Eberhard Reuss)

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Wie die Coronapandemie unseren Wortschatz verändert: Aktueller Wortschatz rund um die Coronapandemie

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Hier finden Sie "Aktuelle Stellungnahmen zur Sprache der Coronakrise"

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Nachruf

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Ulrich Engel
Foto: Hohwieler (IDS)

Professor Dr. phil. Dr. h.c. mult. Ulrich Engel
* 20.11.1928 – † 22.5.2020

Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) muss sich von seinem früheren Direktor und langjährigen Mitarbeiter Professor Ulrich Engel verabschieden. Die Sprachwissenschaft verliert einen herausragenden Grammatiker, die internationale Germanistik einen verehrten Freund und Partner.

Nach Kindheit und Jugend in Stuttgart, Studium und Promotion in Tübingen und einer Tätigkeit als Lehrer war Ulrich Engel seit Mitte der 1960er Jahre einer der ersten Mitarbeiter des IDS in Mannheim. Von 1970 bis 1977 fungierte er in einer Zeit großer Umbrüche als dessen Direktor. Über viele Jahre wirkte er auch als Honorarprofessor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und als Gastprofessor an vielen Universitäten weltweit.

Das IDS wurde durch ihn zu einem Zentrum der kontrastiven Linguistik, die er – zuletzt im Jahr 2018 – in zahlreichen Buchpublikationen zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der internationalen Germanistik entfaltete. Auch Ulrich Engels grammatisches Werk ist bis heute von großer Bedeutung, in theoretischer wie in praktischer Hinsicht. Als akademischer Lehrer prägte er eine ganze Generation germanistischer Linguistinnen und Linguisten. Sein besonderes internationales Engagement wurde durch vier Ehrendoktorate ausländischer Universitäten honoriert. Seit seinem 60. Geburtstag wurde er mit insgesamt vier Festschriften geehrt.

Ulrich Engel stand sein Leben lang unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die er noch als Kind und Jugendlicher erlebt hatte. Er sah diese Erfahrung als einen Auftrag an zur unermüdlichen Stärkung der Internationalität seines Fachs und zur Wahrhaftigkeit im Leben wie in der Wissenschaft. Damit hat er alle, die ihn näher kannten, tief beeindruckt. Seine Schaffenskraft wird uns ebenso ein Vorbild bleiben wie seine persönliche Integrität.

Am 22. Mai 2020 ist Ulrich Engel friedlich von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seinen Kindern und ihren Familien. Das IDS und seine vielen Weggefährtinnen und Weggefährten werden diesem großen Germanisten und Brückenbauer ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Henning Lobin