Das Lehnwortportal Deutsch: Deutsche Lehnwörter in anderen Sprachen

Das Lehnwortportal Deutsch ist ein Portal für Wörterbücher zu Entlehnungen aus dem Deutschen. Die Wörterbücher können als Einzelwerke konsultiert werden; über wörterbuchübergreifende Suchfunktionen sowie über ein aus den Einzelwörterbüchern abgeleitetes Wörterbuch der deutschen Herkunftswörter können jedoch außerdem die Entlehnungswege deutscher Lexeme in andere Sprachen nachvollzogen werden. Damit realisiert das Portal in seiner Gesamtheit das Konzept eines ‚umgekehrten Lehnwörterbuchs‘, das – anders als in der Sprachkontaktlexikografie üblich – nicht auf die Zielsprache der Entlehnungsprozesse, sondern auf die Quellsprache fokussiert.

Der Projektbereich Deutsche Lehnwörter in anderen Sprachen verfolgt das langfristige Ziel, digitale Ressourcen zu Entlehnungen aus dem Deutschen in andere Sprachen in das Lehnwortportal Deutsch zu integrieren. Zum einen werden Ressourcen akquiriert oder durch Digitalisierung vorhandener Werke gewonnen; zum anderen werden zu Sprachen, zu denen zwar lexikologische Ressourcen vorliegen, aber keine ausgearbeiteten Wörterbücher, entsprechende kleine Wörterbücher zu Entlehnungen aus dem Deutschen erstellt. Die in den Wörterbüchern gebuchten Etyma werden in die Metalemmaliste des Portals eingebunden; dabei werden Ketten von Entlehnungsprozessen erfasst und modelliert.

Der von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Projektbereich Das Lehnwortportal Deutsch als Forschungs- und Publikationsplattform soll den Ausbau des bisherigen Portals zu einer kollaborativ nutzbaren Forschungs- und Publikationsplattform ermöglichen. Anders als bisher werden in der geplanten Neukonzeptionierung des Lehnwortportals nicht die Stichwörter der integrierten Ressourcen, sondern die in ihnen behandelten lexikalischen Einheiten – Herkunfts- und Lehnwörter sowie deren Ableitungen und Zusammensetzungen – im Zentrum nicht nur der Datenhaltung, sondern auch der Präsentation und Nutzerführung stehen. Überdies wird eine größere Anzahl neuer Ressourcen v.a. zu europäischen Nehmersprachen eingebunden werden.

 

Aktuelles

Nov. 2019 Am 14. und 15. 11. 2019 findet am IDS ein Workshop zum Thema „Koloniale und Postkoloniale Lexik. Lexikalische Untersuchungen zum Zusammenhang von Sprache und Kolonialismus“ statt (Organisation Stefan Engelberg). Stefan Engelberg und Ingo Warnke stellen auf dem Workshop einleitend „Forschungsperspektiven auf koloniale und postkoloniale Lexik“ vor; Doris Stolberg hält einen Vortrag zum Thema „Koloniale und postkoloniale Formen der Ortsbeschreibung in Reiseführern“.

 

Okt. 2019 Auf der eLex 2019 in Sintra (Portugal) sind Peter Meyer und Mirjam Eppinger mit dem Vortrag „A Web of Loans: Multilingual Loanword Lexicography with Property Graphs“ vertreten.
Sept. 2019 Stefan Engelberg und Peter Meyer halten auf der Tagung „Historische Lexikographie: Potentiale, Perspektiven. Zur Zukunft der deutschen Wörterbücher in den Akademien der Wissenschaften“ in Göttingen einen Vortrag zum Thema „Die digitale Repräsentation von lexikalischem Sprachkontakt im Lehnwortportal Deutsch“.
Sept. 2019 Im Rahmen eines mehrtägigen Treffens am Institut für polnische Sprache der Krakauer Akademie der Wissenschaften in Krakau wird das neu entwickelte Online-Redaktionssystem für das Projekt „Deutsche Lehnwörter in polnischen Dialekten als Spiegel des Sprachkontakts“ von Peter Meyer vorgestellt und damit der Startschuss für die Datenerhebung aus der Kartei des Wörterbuchs der polnischen Dialekte gegeben.
Mai-Juli 2019 Alexander Konopka absolviert ein Praktikum im Projekt.
Juni 2019 Doris Stolberg hält an der Universität Leiden auf der „11th International Austronesian and Papuan Languages and Linguistics Conference“ (APLL11) einen Vortrag zum Thema „German contributions to the Tok Pisin lexicon“.
Juni 2019 Die Fritz Thyssen Stiftung bewilligt die Anfang des Jahres beantragte Förderung des Projekts „Das Lehnwortportal Deutsch als Forschungs- und Publikationsplattform“ für ein abschließendes drittes Jahr.
Mai 2019 Peter Meyer hält auf der Konferenz „E-dictionaries and E-lexicography“ (eRel 2019) in Zagreb einen Vortrag zu „Thinking in networks: Towards a graph-augmented lexicography“.
Apr. 2019 Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Kooperationsprojekt „Deutsche Lehnwörter in polnischen Dialekten als Spiegel des Sprachkontakts“ nimmt am Institut für Slavistik der Universität Oldenburg und am IDS die Arbeit auf.
März/Apr. 2019 Julia Prez wirkt als Praktikantin im Projekt mit.
März 2019 Peter Meyer präsentiert ein Poster „Leistungsfähige und einfache Suchen in lexikografischen Datennetzen. Ein Query Builder für lexikografische Property-Graphen“ auf der Dhd 2019.
März 2019 Doris Stolberg organisiert mit Matthias Schulz die AG 9 „Koloniale und postkoloniale Toponomastik“ auf der DGfS-Jahrestagung 2019 an der Universität Bremen; beide geben dort gemeinsam eine Einführung in das Thema der AG.
Feb. 2019 Bei der Fritz Thyssen Stiftung wird die Förderung des Projekts „Das Lehnwortportal Deutsch als Forschungs- und Publikationsplattform“ für ein abschließendes, im Erstantrag vorgesehenes drittes Jahr beantragt; im Zuge der Beantragung wird intern eine erste Fassung des neu konzipierten Lehnwortportals mit den bislang im Projekt neu digitalisierten Daten freigeschaltet.
Jan. 2019 Eine neue Version des „Wortschatz deutschen Ursprungs im Tok Pisin“ mit zahlreichen neuen Artikeln wird freigeschaltet.
Jan. 2019 Peter Meyer hält am Slavischen Institut der Universität Heidelberg einen Vortrag zum Thema „Deutsche Lehnwörter im Polnischen und Ostslavischen. Einblicke in die Werkstatt eines digitalen Wörterbuchprojekts“.

 

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