Pragmatik

Aktuelles

Seit Anfang dieser Woche ist das Release 2.14 der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) online. Die Neuerungen betreffen vor allem die Ergänzung...

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Rahmenthema: "Bedeutung in der Interaktion", 1.-3. April 2020, IDS Mannheim

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Datenbank für Gesprochenes Deutsch 2.10

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in der Rubrik 'Ressourcen' der Zeitschrift für Germanistische Linguistik (ZGL) erschienen

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Projekt "Verstehen in der verbalen Interaktion"

Teilprojekt: Sprachliche Konstruktionen des Verstehens von Äußerungen

Bearbeiter: Arnulf Deppermann, Henrike Helmer, Stefanie Krause und Silke Reineke

„... verstehst Du wie ich meine? ...”

Gesprächsteilnehmer dokumentieren mit unterschiedlichen sprachlich-kommunikativen Verfahren,

  • wie sie Beiträge ihrer Gesprächspartner verstehen,
  • wie sie sich selbst verstanden fühlen,
  • wie sie selbst verstanden werden wollen.

Fragen des Verstehens werden in unterschiedlicher Weise in der Interaktion angesprochen: Ein bestimmtes Verständnis wird explizit zugeschrieben, zurückgewiesen oder problematisiert; es werden Verstehenshypothesen und Schlussfolgerungen formuliert; Erläuterungen, Paraphrasen und Konkretisierungen werden zum besseren Verständnis angeboten; Kommunikationsprobleme werden durch "Missverständnisse" erklärt; es wird angedeutet, dass man von gemeinsamen Wissensvoraussetzungen ausgeht.

Das Teilprojekt erkundet die kommunikativen Verfahren des Umgangs mit Fragen des Verstehens und die sprachlichen Formen, die für diese Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. Konstruktionen mit mentalen und kommunikativen Verben (meinen, verstehen, auf etwas hinauswollen), die Fortführung von Partnerbeiträgen durch Äußerungsverknüpfungen (A: Ich muss heute noch viel arbeiten. - B: Weil der Chef morgen wiederkommt.), modale Konstruktionen (das ist ja wohl nicht wahr; sie werden gesehen haben, dass...) sowie Gesprächspartikeln (hm, ja, jaja). Das Projekt beschreibt die sprachlichen Konstruktionen und die interaktiven, sequenziellen Organisationsformen der unterschiedlichen Verfahren und erkundet, an welche kommunikativen Kontexte sie gebunden sind. Es untersucht ihre Funktionen für die Verständigung im Gespräch, fragt aber auch, für welche weiter gehenden interaktiven Belange sie eingesetzt werden - z.B. die Durchsetzung von Positionen, den Ausdruck von Kritik oder die Regulation der Beziehung zwischen den Gesprächsteilnehmern. Methodisch-theoretische Grundlagen der Untersuchung sind vor allem Konzepte der construction grammar und der Konversationsanalyse. Die Untersuchung greift auf unterschiedliche gesprochene Korpora des IDS zurück.

Kontakt: Prof. Dr. Arnulf Deppermann, deppermann (at) ids-mannheim.de, Henrike Helmer, helmer (at) ids-mannheim.de, Stefanie Krause, stefanie.krause (at) ids-mannheim.de, Silke Reineke, reineke (at) ids-mannheim.de