Zuletzt erschienen

Adler, Astrid/Hansen, Karolina (2020): Studenten, StudentInnen, Studierende? Aktuelle Verwendungspräferenzen bei Personenbezeichnungen. In Ewels/Plewnia, 2020. S. 47-63.

Adler, Astrid (2019): Language discrimination in Germany: when evaluation influences objective counting. In: Journal of Language and Discrimination 3.2. Equinox, 2019. S. 232-253.

Beyer, Rahel/Fisseni, Bernhard/Mucha, Anne (2020):Deutsch in Europa: Sprachpolitisch, grammatisch, methodisch. Bericht von der 56. Jahrestagung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim, 10.-12. März 2020. In: Sprachreport 2/2020. Mannheim: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. S. 10-17.

Beyer, Rahel (2020): Rezension von Hélène Vinckel-Roisin (2018): La répétition immédiate du nom propre en allemand: enjeux textuels et argumentatifs. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft. Online auf: https://www.degruyter.com/view/journals/zfsw/ahead-of-print/issue.xml

Beyer, Rahel/Plewnia, Albrecht (Hrsg.) (2019): Handbuch des Deutschen in West- und Mitteleuropa. Sprachminderheiten und Mehrsprachigkeitskon- stellationen. Tübingen: Narr.

Cindark, Ibrahim/Hünlich, David (2019): Integrationskurse auf dem Prüfstand. Studie zu mündlichen Kompetenzen der Teilnehmenden an Integrationskursen. In: Sprachreport 4/2019. Mannheim: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. S. 18-25.

Cindark, Ibrahim/Deppermann, Arnulf/Hünlich, David/Lang, Christian/Perlmann-Balme, Michaela/Schöningh, Ingo (2019): Perspektive Beruf. Mündliche Kompetenz von Teilnehmenden an Integrationskursen und Vorschläge für die Praxis. Mannheim: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache.

Dück, Katharina (2020): Wer spricht Deutsch im Kaukasus? Zur Bedeutung der deutschen Sprache sowie ihrer Verknüpfung mit der ethnischen Identität bei Kaukasiendeutschen im heutigen Südkaukasus. In: Sprachreport 1/2020. Mannheim: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. S. 14-23.

Ewels, Andrea-Eva/Plewnia, Albrecht (Hrg.)(2020): Themenheft „Sprache und Geschlecht“. Beiträge zur Gender-Debatte. Muttersprache 130.1.

Lobin, Henning/Möhrs, Christine/Plewnia, Albrecht (2019): Wie kann die Verständlichkeit behördlicher Texte verbessert werden? Eine Handreichung für die öffentliche Verwaltung in Baden-Württemberg. Stuttgart/Mannheim: Normenkontrollrat Baden-Württemberg/Leibniz-Institut für Deutsche Sprache

Stolberg, Doris (2019): Canadian heritage German across three generations: A diary-based study of language shift in action. In: Journal of Historical Sociolinguistics 5.2. Berlin/Boston: de Gruyter. S. 2-35.

 


Sprache(n) in Deutschland

In diesem Projekt geht es um die Erhebung, Beschreibung und Analyse der Einstellungen von Sprechern zum Deutschen, zu anderen Sprachen, zu Varietäten sowie zu sprachlichen Fragen generell. Untersucht werden außerdem laienlinguistische Wissensbestände über sprachliche Sachverhalte sowie die sich daraus ergebenden Implikationen für öffentliche Sprachdiskurse. Auch Fragen von Standard, Non-Standard, Sub-Standard sowie von sprachlichen Normen auf den verschiedenen Ebenen spielen hier eine Rolle. Zur Erhebung der entsprechenden Daten werden insbesondere repräsentative Erhebungen eingesetzt, so dass die dann zur Verfügung stehende große Menge an Daten für die gesamte deutsche Wohnbevölkerung repräsentative Gültigkeit hat. Bislang wurden drei große repräsentative Erhebungen in den Jahren 2008, 2016 und 2017/2018 (s.u.) und einige weitere ergänzende Studien (s.u.) durchgeführt. Zwei weitere repräsentative Erhebungen sind derzeit (2019/2020) wieder im Feld: eine zum Sprachrepertoire (im Rahmen von SOEP-Core) und eine zu Dialektgebrauch im beruflichen Umfeld (im Rahmen von SOEP-IS; in einer Kooperation mit der LMU München und der University of Chicago). Das Ausmaß der einzigartigen Sammlung an Daten zu Spracheinstellungen ermöglicht es, durch verschiedene statistische Auswertungen Muster und Zusammenhänge in den Meinungen und Einstellungen zu erkennen.

Projektleitung:
Dr. Astrid Adler

Mitarbeiter/in:
Dr. Albrecht Plewnia
Maria Ribeiro Silveira M.Sc.
Dr. Karolina Hansen

Ehemalige Mitarbeiterin:

Dr. Andrea Kleene

Wissenschaftliche Hilfskräfte:
Amelie Ewald

Kontakt: spracheinstellungen (at) ids-mannheim.de

Erhebungen

Repräsentative Erhebungen

Deutschland-Erhebung 2008

2008 wurde die erste große Repräsentativerhebung durchgeführt. Die Erhebung war Teil des Projekts Aktuelle Spracheinstellungen in Deutschland in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Mannheim, das von der Volkswagen-Stiftung gefördert wurde. Es wurden 2004 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren zu über 40 sprachlichen Fragen befragt. Die telefonische Befragung wurde durch die Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Themen der Befragung waren u.a. die Bewertungen der deutschen Sprache und einiger Dialekte, die Einstellungen zu Mehrsprachigkeit und zu Sprachrichtigkeit. Einen Überblick über die Erhebung bieten Eichinger et al. (2009) sowie Görtig & Rothe (2009), detaillierte Ergebnisse liefern Gärtig, Plewnia & Rothe (2010); zu Einzelaspekten Plewnia & Rothe (2009) und Plewnia & Rothe (2010); zu weiteren Projektergebnissen Eichinger et al. (2012).

Norddeutschland-Erhebung 2016

2016 wurde im Teilprojekt „Sprachlagengefüge in Norddeutschland“ in einer Kooperation mit dem Institut für niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen eine repräsentative Erhebung durchgeführt, um Kompetenz und Gebrauch des Niederdeutschen sowie Einstellungen zu den verschiedenen Sprachen und Varietäten in Norddeutschland zu erheben; per Telefon wurden durch die Forschungsgruppe Wahlen 1632 Menschen ab 16 Jahren befragt (s. Adler et al. 2016 ).

Deutschland-Erhebung 2017

Eine neue bundesweite Repräsentativerhebung hat das IDS im Herbst/Winter 2017/18 in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Rahmen der Innovationsstichprobe des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP-IS) des DIW durchgeführt. Darin werden einerseits die tatsächlichen Sprachverhältnisse, andererseits wiederum Spracheinstellungen abgefragt. Die Deutschland-Erhebung 2017 besteht aus zwei Teilen, zum einen aus einem direkten Interview (CAPI, computer assisted personal interview) und zum anderen aus einem Onlinefragebogen (CAWI, computer assisted web interview).

Im ersten Teil der Deutschland-Erhebung 2017 geht es insbesondere darum, das Sprachrepertoire der Befragten zu erheben (Erstsprache(n), Fremdsprachenkenntnisse, Dialektkompetenz); hinzu kommt ein Fragenset zu Einstellungen gegenüber Sprachen und Dialekten des Deutschen. Der zweite Teil der Deutschland-Erhebung (Onlinefragebogen) ist erheblich umfangreicher, darin werden etwa vierzig Fragen gestellt zu Einstellungen gegenüber dem Deutschen, zu regionalen Varietäten, zu anderen Sprachen, außerdem Fragen zu Mehrsprachigkeit, zu Leichter Sprache, zu Bewertungen von Sprachrichtigkeit, zu Sprachvariation und zur Entwicklung des Deutschen.

Das SOEP eignet sich besonders gut, um unsere Erhebungsinstrumente einzusetzen, da es einerseits eine ausgewogene repräsentative Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung darstellt und andererseits ermöglicht, viele Korrelationen mit anderen – auch längsschnittlich vorhandenen – soziodemographischen, ökonomischen und psychologischen Variablen zu berechnen; für die Sprachwissenschaft ist ein solcher Datensatz bislang singulär.

Folgende Publikationen bieten einen Überblick und erste Ergebnisse der Deutschland-Erhebung: Adler 2019a, 2019b, Adler & Hansen 2020, Adler & Plewnia 2018, 2019.

Weitere Erhebungen

Außerdem wurden weitere ergänzende und vertiefende Befragungen durchgeführt, z.B. mit Schülern, Studierenden und im Rahmen von Kindergärten mit Erziehern und Eltern. Die zum Teil mehrsprachigen Schüler wurden 2010 und 2011 u.a. zu Einstellungen gegenüber Deutsch und anderen Sprachen befragt (N=628, 9. und 10. Jahrgangsstufe, in Mannheim, Steinburg und am Niederrhein; s. z.B. Plewnia/Rothe 2012 und Rothe 2012). Die Studierenden wurden 2010 und 2011 insbesondere zu ihren Einstellungen zu deutschen Dialekten befragt; in dieser Studie kam auch das Instrument der mental maps zum Einsatz, um die mentalen Sprachräume der befragten Studierenden zu erfassen (N=430, in Bielefeld, Köln, Leipzig und Mannheim; s. Plewnia/Rothe 2012 und Plewnia 2013). Im Winter 2011/12 wurde in Kooperation mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache eine Befragung in einigen deutschen, z.T. mehrsprachigen, Kindergärten zu Einstellungen zu Mehrsprachigkeit durchgeführt (s. Rothe/Wagner 2015).

Publikationen

Adler, Astrid/Ehlers, Christiane/Goltz, Reinhard/Kleene, Andrea/Plewnia, Albrecht (2016): Status und Gebrauch des Niederdeutschen 2016. Erste Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2016.

Eichinger, Ludwig M./Gärtig, Anne-Kathrin/Plewnia, Albrecht/Roessel, Janin/Rothe, Astrid/Rudert, Selma/Schoel, Christiane/Stahlberg, Dagmar/Stickel, Gerhard (2009): Aktuelle Spracheinstellungen in Deutschland. Erste Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativumfrage. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache/Universität Mannheim, 2009.

Gärtig, Anne-Kathrin/Rothe, Astrid (2009): Über Liebe zum Deutschen, Sympathie für Dialekte und Sorge um Sprachentwicklung. Was die Menschen in Deutschland über Sprache denken. In: Sprachreport 3/2009. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2009. S. 2-11.

Gärtig, Anne-Kathrin/Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2010): Wie Menschen in Deutschland über Sprache denken. Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativerhebung zu aktuellen Spracheinstellungen. Mannheim: Institut für Deutsche Sprache - amades -, 2010.

Plewnia, Albrecht (2013): Norddeutsch – Plattdeutsch – Friesisch. Der norddeutsche Sprachraum aus der Sicht linguistischer Laien. In: Albert, Georg/Franz, Joachim (Hrsg.): Zeichen und Stil. Der Mehrwert der Variation. Festschrift für Beate Henn-Memmesheimer. (= VarioLingua 44). Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 2013. S. 43-62.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2015): Spracheinstellungen und Mehrsprachigkeit. Wie Schüler über ihre und andere Sprachen denken. In: Brdar Szabó, Rita/Knipf-Komlósi, Elisabeth/Rada, Roberta (Hrsg.): Zur Rolle und Positionierung des Deutschen in den Ländern Mittelosteuropas. Sprachpolitische Überlegungen. Konferenzband zur Tagung Deutsch 3.0 in Budapest am 15-16. Mai 2014. (= Budapester Beiträge zur Germanistik 72). Budapest: ELTE, Germanistisches Institut, 2015. S. 57-97.

Plewnia, A./Rothe, A. (2012): „Sprache – Einstellungen – Regionalität.“ In: Eichinger, L./Plewnia, A./ Schoel, C./Stahlberg, D. (Hrsg.): Sprache und Einstellungen. Spracheinstellungen aus sprach­wissen­schaftlicher und sozialpsychologischer Perspektive. Tübingen: Narr, 4-134.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2011): Von gebildeten Deutschen, freundlichen Sachsen und temperamentvollen Bayern. Einstellungen zu Varietäten und ihren Sprechern. In: Christen, Helen/Patocka, Franz/Ziegler, Evelyn (Hrsg.): Struktur, Gebrauch und Wahrnehmung von Dialekt.Beiträge zum 3. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD), Zürich, 7. – 9. September 2009. Wien: Praesens, 2011. S. 179-207.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2011): Spracheinstellungen und Mehrsprachigkeit. Wie Schüler über ihre und andere Sprachen denken. In: Eichinger, Ludwig M./Plewnia, Albrecht/Steinle, Melanie (Hrsg.): Sprache und Integration. Über Mehrsprachigkeit und Migration. (= Studien zur Deutschen Sprache 57). Tübingen: Narr, 2011. S. 215-253.

Plewnia, Albrecht/Rothe, Astrid (2009): Eine Sprach-Mauer in den Köpfen? Über aktuelle Spracheinstellungen in Ost und West. In: Plewnia, Albrecht (Hrsg.): Deutsche Sprache 2-3/09. Themenheft: Sprache in Ost und West. Ein Themenheft zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Berlin: Schmidt, 2009. S. 235-279.

Rothe, Astrid (2012): „Deutsch und andere Sprachen.“ In: Eichinger, L./Plewnia, A./Schoel, C./ Stahlberg, D. (Hrsg.): Sprache und Einstellungen. Spracheinstellungen aus sprach­wissen­schaftlicher und sozialpsychologischer Perspektive. Tübingen: Narr, 135-184.

Rothe, Astrid/Wagner, Katarina (2015): "Bilingual Kindergarten programmes. The interaction of language management and language attitudes" In: Davies, Winifred V./Ziegler, Evelyn (Hg.): Language planning and microlinguistics. From policy to interaction and vice versa. S. 5–38 - Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015.

Schoel, Christiane/Roessel, Janin/Eck, Jennifer/Janssen, Jana/Petrovic, Branislava/Rothe, Astrid/Rudert, Selma Carolin/Stahlberg, Dagmar (2012): Attitudes Towards Languages’ (AToL) scale: A global instrument. In: Journal of Language and Social Psychology 32, Issue 1. Thousand Oaks: Sage Publications, 2012. S. 21-45.