Kontakt

Elena Schoppa (Projektmanagerin)

E-Mail: schoppa (at) ids-mannheim.de

Tel.: + 49 621 1581-406

 

Projektbeschreibung

Die Idee

Das öffentliche Interesse am Thema Sprache ist groß - gleichwohl gibt es im gesamten deutschsprachigen Raum kein größeres Sprachmuseum. Hier soll eine Lücke geschlossen werden: Das Dokumentationszentrum der deutschen Sprache beabsichtigt der zentrale Ort zu sein, an dem (deutsche) Sprache ausgestellt, diskutiert, erlebt, gesammelt, durchschaut und verstanden wird.

Besucher*innen erhalten in einer interaktiven Ausstellung ein wissenschaftlich fundiertes Bild der Sprache und beteiligen sich während des Aufenthaltes oder danach durch "Sprachspenden" selbst an ihrer Erforschung. Die erhobenen Sprachdaten werden der wissenschaftlichen Gemeinschaft als Forschungsgegenstand zugänglich gemacht.

Das DZD (Arbeitstitel) umfasst vier Funktionsbereiche:

Vermittlung – Erhebung – Forschung – Veranstaltung

Die Ausstellung möchte möglichst breit gefächerte, diverse Zielgruppen ansprechen und sprachwissenschaftliche Themen behandeln, die von gesellschaftlicher Relevanz und von öffentlichem Interesse sind. Digitale Kommunikation, Sprachwandel, sprachliche Varianz und deutsche Sprachgeschichte sind hierfür nur einige Beispiele. Die Vermittlungsziele gehen über das reine Verständnis der Sprache und ihrer Erforschung hinaus: Die Beschäftigung mit den Ausstellungsobjekten soll auch eine Verbesserung des Reflexionsvermögens gegenüber sprachlichen Beeinflussungsversuchen (Stichwort Fake News/Framing) und eine Erhöhung von Toleranz gegenüber sprachlicher Varianz und sprachlichem Wandel (z. B. Neologismen) ermöglichen.

Da die Besucher*innen durch eigene Sprachspenden sofort am wissenschaftlichen Erkenntnisprozess mitwirken können, unterscheidet sich das DZD wesentlich von einem traditionellen Museum. Dieser partizipative Ansatz soll durch die begleitende Umsetzung von Citizen Science-Projekten verstärkt werden. 

Die gesamte Infrastruktur des Dokumentationszentrums wird so angelegt sein, dass der innerwissenschaftliche und der öffentlichkeitsbezogene Diskurs sich dauerhaft überschneiden. Dies gilt gleichermaßen für alle vier Funktionsbereiche.

Die Realisierung

Das Land Baden-Württemberg fördert das museale Konzeptionsprojekt bereits seit dem 1. Juni 2019 bis zum 31. Dezember 2021 mit einem Zuschuss von insgesamt rund 329.000 €.  Mittels dieser Förderung wurde zum 1. August 2019 die Stelle einer Projektmanagerin am IDS besetzt und im Oktober 2019 das Büro Dr. Ulrich Hermanns Ausstellung Medien Transfer GmbH mit der Erstellung einer Rahmenkonzeption für das Dokumentationszentrum beauftragt. Der sogenannte Masterplan soll im Herbst 2020 vorliegen.

Eine namhafte Stiftung in der Region fördert das Dokumentationszentrum der deutschen Sprache. Vor einer Konkretisierung des Bauvorhabens sind jedoch noch diverse Randbedingungen zu klären, die den Bauplatz/das Grundstück, die Konzeption und den zukünftigen Unterhalt der Einrichtung betreffen.

Die Stadt Mannheim hat bereits mehrfach die Bereitschaft signalisiert, dass für das Dokumentationszentrum ein attraktiver innerstädtischer Bauplatz (im Erbbaurecht) zur Verfügung gestellt werden könnte. Die Entscheidung darüber obliegt dem Mannheimer Gemeinderat. Aktuell finden diesbezügliche Vorgespräche mit der Stadt Mannheim statt.

Mit der Absicht der dauerhaften Einrichtung des Dokumentationszentrums in Mannheim wird das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache im Jahr 2020 einen sogenannten kleinen strategischen Sondertatbestand bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz beantragen.

Ferner sind Fundraising-Kampagnen zur Finanzierung des Dauerbetriebes vorgesehen.

Die Fürsprecher

Sowohl die Stadt Mannheim, vertreten durch den Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, als auch das Land Baden-Württemberg, vertreten durch die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer unterstützen das Vorhaben aktiv.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht im Dokumentationszentrum „ein wichtiges Projekt zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Gesellschaft, das sich mit seinem Gegenstand, der Sprache, in besonderer Weise dazu eignen kann mit vielversprechenden Perspektiven auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern“.

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner befürwortet das Dokumentationszentrum als eine wertvolle Ergänzung der Aufgaben der Leibniz-Gemeinschaft in Bezug auf Forschung, Forschungsinfrastruktur und Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit.