Call for Papers

(Download des CfP als pdf)

Tagungsnetzwerk ,Diskurs - interdisziplinär': 3. Jahrestagung, 19.-21.11.2013, Universität Bremen

,Die Gegenwärtigkeit historischer Diskursformationen - Begriffsgeschichte - Historische Pragmatik - Textuelle Historizität'

 

 

 

Das Tagungsnetzwerk ‚Diskurs – interdisziplinär‘ bietet ein Forum, auf dem Vertreterinnen und Vertreter der Linguistik, Soziologie, Politologie, Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und anderer kultur- und wissensanalytisch arbeitender Wissenschaften die Perspektive ‚Diskurs‘ je fachspezifisch und fachübergreifend, disziplinär und transdisziplinär, reflektieren und diskutieren. Diese Idee setzt voraus, dass eine zentrale die Kultur–, Geistes– und Sozialwissenschaften verbindende Aufgabe in der Beschreibung und Erklärung der Bedeutung von Diskursen und ihrer Funktionen in Gesellschaften besteht.

Im November 2011 und 2012 fanden am Institut für Deutsche Sprache, Mannheim, bereits zwei Tagungen des Netzwerkes ‚Diskurs – Semantik – interdisziplinär‘, statt, auf denen Diskussionen methodisch-theoretischer und empirischer Zugänge innerhalb der Diskursforschung im Vordergrund standen.

Beim dritten Treffen soll das zentrale diskursanalytische Konzept der Historizität in seinen konzeptionellen Verschränkungen, disziplinären Ausfächerungen und mit seinen interdisziplinären Themenbezügen ausgelotet werden.

Als Konzept ist Historizität nicht zu verwechseln mit Geschichte oder Diachronie. Während Geschichte in diversen Modellen etwa teleologisch, zyklisch, dialektisch usw. modelliert wird und Diachronie lediglich ein Verfahren zur bezugsetzenden Reihung von Synchronien darstellt, ist Historizität eine Diskurskonstante, mit der zum Ausdruck gebracht wird, dass jede Position im Diskurs allein zeitgebundene Kontexte referiert und konstituiert. Daraus ergibt sich nicht nur eine Perspektive der Diskursanalyse auf historische Wissensformationen, sondern auch die epistemologische Grundannahme relativer Wahrheit. Unabhängig davon, ob Diskursanalysen historisch ausgerichtet sind oder gegenwärtige Diskurse analysieren, ist Historizität damit eine Bedingung der empirischen, methodologischen und theoretischen Konzeption von Diskursanalyse. Die Tagung will Historizität auf diesen konzeptionellen Ebenen in den Blick nehmen, befragen, hinterfragen und das interdisziplinäre Gespräch darüber fördern.

Zu den disziplinären Ausfächerungen, die den Zusammenhang von Diskurs und Historizität aufgreifen, gehören u.a. Begriffsgeschichte, Historische Semantik, Historische Pragmatik, Sprachgebrauchsgeschichte Historische Stilistik, Literaturgeschichte; Überschneidungen der Erkenntnisinteressen und deutliche Abgrenzungen untereinander sind dabei fraglos vorhanden.

Zu den interdisziplinären Themenfeldern der Historizität gehören sprachliche Umbrüche, historische Korpuslinguistik, historische Diskursgrammatik, Lexikographie, Gattungsgeschichte, Mediengeschichte u.v.a.m.

Wir laden Sie herzlich ein, vor diesem Hintergrund konzeptioneller, disziplinärer und thematischer Komplexität das Thema Historizität zu diskutieren. Die Annahme, dass historische Diskursformationen dabei immer auch als Modelle gegenwärtiger Diskurse fungieren, könnte eine der integrativen Hypothesen der Tagung sein. Ihr Beitrag muss dabei keineswegs ein historisches Thema behandeln oder diachrone Verfahren vorstellen. Historizität ist ein konzeptioneller Anker jeder Diskursanalyse und -theorie.

Die Tagung steht ausdrücklich auch Nachwuchswissenschaftler_innen und fortgeschrittenen Doktorand_innen offen. Sie hat das Format einer Arbeits- und Diskussionstagung mit Kurzreferaten (ca. zwanzig Minuten mit anschließender zehnminütiger Diskussionsrunde) und drei Runde-Tisch-Diskussionen, die die Tage jeweils abschließen (je etwa 90 Minuten).

Rahmenthemen können u.a. sein:

 

 

 

 

• Historizität als diskursanalytisches Konzept

• Begriffsgeschichte

• Historische Semantik

• Methodologie und Methodik

• Textuelle Historizität

 

 

Abstracts (200 bis 300 Wörter) werden als PDF erbeten bis zum 15. Mai 2013 an:

 

 

Universität Bremen

Creative Unit ‚Koloniallinguistik – Language in Colonial Contexts‘

Daniel Schmidt-Brücken, M.A.

culcc (at) uni-bremen.de

 

 

Es wäre schön, wenn sich Ihre jeweiligen Institutionen zur Übernahme Ihrer Reisekosten bereit erklären würden.

 

Mannheim und Bremen, 28. Januar 2013

 

 

Prof. Dr. Heidrun Kämper

Prof. Dr. Ingo H. Warnke